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Zero Degree – Surreal World

zeroLabel: Massacra Records

Spielzeit: 50:42 Min.

Genre: Melodic Death Metal

Info: MySpace

CD kaufen: Amazon

VÖ-Datum: 23. März 2012

Melodic Death Metal ist schon eine feine Sache. Haben mich doch Bands wie In Flames und Dark Tranquillity sehr in ihren Bann gezogen. Schweden und insbesondere Göteborg gelten als Mekka dieses Genres und viele Bands wurden inspiriert durch die Göteborger Schule.
Die von mir besprochene Band kommt allerdings nicht aus dem skandinavischen Traumland, sondern aus Nordhausen, Niedersachsen.
Zero Degree wurden 2006 gegründet und wurden von den beiden oben genannten Bands inspiriert. Zudem wird Iron Maiden vom Sextett als Einfluss genannt; was drei Gitarristen erklären könnte.
Ihr Erstwerk „Surreal World" erschien bereits im Herbst 2010 und wird am 23. März über Massacre Records wiederveröffentlicht. Lange Rede kurzer Sinn. Hinein in die Klangwelt.

Mit dem Intro „The Door To The Unknown" gibt es schon mal einen Vorgeschmack auf das Album, bis es mit dem Song „Tommorow Dies Today" nahtlos weitergeht. Die Gitarrenarbeit ist deutlich von Iron Maiden inspiriert. Die Growls wirken noch etwas schwachbrüstig, passen aber gut in die Melodiearbeit. Das Tempo wird konstant gehalten und der Track ist sehr abwechslungsreich. „Frozen Alive" kommt düster daher; geradezu passend zum Plattencover. Gesanglich könnte Sänger Thomas den Herren Stanne und Fridén Konkurrenz machen was wohl daran liegt, dass seine Growls nach Mikael Stanne und seine cleanen Passagen nach Anders Fridén klingen. Die Gitarrenarbeit ist faszinierend gut und die Rhytmusfraktion macht ihre Arbeit auch sehr gut. Die düster kalte Atmosphäre wird den Song über hervorragend gehalten.
„The Storm And The Silence" beginnt mit einem sehr geilen Gitarrenduett. Die Referenzen erspare ich mir lieber, denn die kann sich bestimmt jeder denken. Der Song macht seinen Namen alle Ehre, denn die Strophen sind stürmisch und der Refrain hart und gelassen zugleich. Der Drummer bolzt ordentlich, übertreibt aber keineswegs. Ein Donnergrollen kommt mir bei „Grapes Of Wrath" entgegen. Elektronische Sounds lösen die Ruhe vor dem Sturm ab und werden mit einem herzhaften Schrei beantwortet. Hier lässt die Band auch nichts anbrennen, denn hier wird flott gezockt und die Leads gehen überhaupt nicht unter. Ich weiß zwar nicht wie die Band das macht, aber bisher hat mich jeder Song überzeugt.

„Whispering Age" fängt auch wieder melodisch an. Das Gaspedal hat man leicht losgelassen was dem Lied eine ruhende und kräftige Note gibt. Vom der Atmosphäre her betrachtet glaubt man in einer Festung zu stehen, die Sicherheit ausstrahlt und man fühlt sich unbesiegbar. Flotter geht es bei „Virus" zur Sache und die Heavy Metal Anleihen sind hier deutlicher zu hören. Die Vocals klingen im Gegensatz zu vorher beherrschender und die treibenden Riffs tun ihr Übriges. Von Gitarrensolos kann man fast gar nicht sprechen, da sich zwei Gitarren die Leads teilen und oft Duette spielen. Das Klangbild wird dadurch jedenfalls bereichert. Titeltechnisch passend reiht sich „Disease" ein und es legt sich wieder einmal eine kraftvolle Ruhe ein. Die beiden Leadgitarren geben sich wieder ein Duett und erschaffen einen faszinierenden Klangteppich, der sich wie Balsam ins Ohr legt.
Jetzt darf der Titeltrack ran. Anders als sonst beginnt der Song nicht melodisch sondern sehr rüde und chaotisch. Kompensiert wird dies mit Geschwindigkeit und Härte. Spacige Klänge findet man vereinzelt und der Song spielt seine Stärken erst spät aus: melodische Gitarren und ein solides Rhytmusfundament. Der nächste Track „Where Angels Die" beginnt mit einer Durchsage eines Astronauten und tatsächlich kommt textlich das Weltall vor. Vom musikalischen Aspekt ist der Song wieder gut gelungen und eingängig. Den Schlussakzent setzt „The Fog" und die Gitarren erklingen wieder maidenmäßig. Wie ein Nebel erklingen auch die Leads, da sie unscheinbar und gleichzeitig omnipräsent sind. Ich schätze für dieses Album hätte man keinen besseren Schluss bringen können.

Meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht, denn hier wird schnörkelloser Melodic Death Metal geboten der alles mitbringt was das Herz begehrt. In der Tat kann man alle drei Gitarren heraushören, da sich eine Gitarre um die Rhytmusriffs kümmert während die anderen beiden ihre Leads und Solos zum besten geben. Insgesamt ist das eine sehr gute Platte geworden, die man jederzeit hören kann und darf. Punktabzug gibt es aber wegen dem Titeltrack, denn den hätte man besser arrangieren können und auch dafür, dass die Band noch zu sehr nach ihren Vorbildern klingt. Ich bin aber zuversichtlich, dass sie im Laufe der Zeit ihren eigenen Stil finden und sich durch die Eigenständigkeit einen Platz im Metalolymp sichern können.

„Surreal World" ist eine Platte, die sich vor den schwedischen Vorbildern nicht verstecken braucht. Die Songs sind an melodischer Arbeit und an Leidenschaft nicht gering ausgestattet. Wenn ihr also auf In Flames und Dark Tranquillity steht, werdet ihr diese Scheibe lieben. Also geht und kauft es!

Ben Denkers

xl

Tracklist:

01. The Door To The Unknown
02. Tomorrow Dies Today
03. Frozen Alive
04. The Storm And The Silence
05. Grapes Of Wrath
06. Whispering Age
07. Virus
08. Disease
09. Surreal World
10. Where Angels Die
11. The Fog

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