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Watain - The Wild Hunt

watain 2013Label: Century Media

Spielzeit: 62:49 Min.

Genre: Black Metal

Info: Facebook

CD kaufen: Amazon

Hörprobe: Youtube

VÖ-Datum: bereits erschienen

 

Da ist es nun endlich: Das wohl am heißesten erwartete und am meisten diskutierte Black Metal Album dieses Jahres! Was hat man nicht im Vorfeld schon alles über „The Wild Hunt“ gehört: Da war von Flamenco Gitarren, klarem Gesang und gar einer Ballade die Rede… was wird uns hier wohl erwarten???

Was ich ehrlich gesagt nicht erwartet hätte: Alle oben erwähnten „Schreckgespenster“ kommen in dem Album vor, aber ist es wirklich so schlimm, wie es auf dem Papier zunächst ausschaut??? Schauen wir mal der Reihe nach:

Das Album beginnt ungewohnt ruhig, mit dem Stück „Night Vision“, welches man eigentlich als überlanges (3:38) Intro bezeichnen kann. Völlig überflüssig – kein perfekter Anfang für die Schweden. Song Nummer 2 „De Profundis“ macht dann aber einiges an Boden wieder gut. Ein typisches Watain Stück. Auch die folgenden Tracks wissen zu gefallen, auch wenn man schon bemerkt, dass sich die Herren immer öfter zum Bathory Pathos hingezogen fühlen – besonders gut im Song „Black Flames March“ zu erkennen. Das gefällt mir ganz gut, denn es fügt sich sehr harmonisch ins Watain-Gesamtkonzept ein. War bislang noch alles recht ordentlich, auch wenn man schon jetzt schon sagen muss, dass „The Wild Hunt“ definitiv nicht das beste Album der Schweden ist, so kommt nun mit „They Rode On“ die angedrohte „Ballade“. Wobei ich hier eher von einem sehr ruhigen, gefühlvollen Stück sprechen möchte, bei dem Kollege Danielson eindrucksvoll beweist, dass er auch richtig singen kann. Wobei ich die vielbeschriebenen Parallelen zu Fields of the Nefilim zu keiner Zeit heraushöre. Die Gitarren erinnern mich eher an frühe Scorpions. Für sich ganz allein gesehen, ist „They Rode On“ ein verdammt geiles Stück Musik, aber halt nichts, was ich auf einem Watain Album hören will!!!

Das Kontrastprogramm geht nun munter weiter: Zunächst mit „Sleepless Evil“ der vielleicht brutalste Song des Albums, dann mit dem Titeltrack ein weiteres sehr ruhiges Lied, das die einen als „Ballade“, die anderen als „Episch“ bezeichnen dürften. Auch wieder ein sehr guter Song – aber völlig deplatziert.  Während „Outlaw“ uns kurzfristig wieder etwas versöhnlicher stimmt, folgt der nächste Langweiler auf den Fuß: Das Instrumental-Stück „Ignem Veni Mittere“. Leute, wir wollen Black Metal und nicht so ein Scheiß – Mann ich bin fast dabei eingeschlafen! Und dann kommen die Kollegen doch noch mal amtlich aus der Hüfte: Der Abschluss-Song „Holocaust Dawn“ ist dann noch mal ein Kracher, wie wir ihn uns von Watain wünschen, ein versöhnlicher Abschluss!

Mein Fazit: Verdammt schwierig! „The Wild Hunt“ ist definitiv ein mutiges Album, denn ich bin mir sicher, dass Watain hiermit eher alte Fans verlieren, als neue dazugewinnen. Ich bin eher enttäuscht. Nichts gegen eine gewisse Weiterentwicklung, aber so funktioniert das leider nicht. Qualitativ ist  alles im grünen Bereich, aber das Ganze ist eher eine Art zusammengewürfelte Collage von verschiedenen Ideen. Ganz ehrlich: Ich hätte es besser gefunden, wenn man so Watain-Untypische Songs wie zum Beispiel „They Rode Oon“ auf eine EP gepackt hätte. Selbst gute Songs wie „De Pprofundis“ haben zwar die gewohnt abartig-böse Atmosphäre, die Watain so einzigartig macht, aber selbst diese reichen nicht an frühere Großtaten heran.

Was ganz sicher ist: Dieses Album braucht definitiv mehr als nur zwei, drei Durchläufe, um es richtig „packen“ zu können. Eigentlich müsste ich in ca. zwei Monaten noch mal eine Kritik schreiben. Im Moment reicht es gerade mal für ein wackeliges

Christian Hemmer

XXL-WertungL

Tracklist:

Night Vision
De Profundis
Black Flames March
All That May Bleed
The Child Must Die
They Rode On
Sleepless Evil
The Wild Hunt
Outlaw
Ignem Veni Mittere
Holocaust Dawn

XXL-Tipp

XXL TippxxlSulphurAeon

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