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Saturnus – Saturn In Ascension

saturnus  saturn in ascensionLabel: Cyclone Empire

Spielzeit: 74:46 Min.

Genre: Melancholischer Doom Metal

Info: Facebook

CD kaufen: Amazon

VÖ-Datum: 30. November 2012

Fans getragen-melancholischer Doomklänge aufgepasst! Saturnus bringen dieser Tage via Cyclone Empire ihr viertes Album in beinahe 20 Jahren Bandgeschichte heraus und wollen auch damit erneut ihre Fans beglücken. Den (zahlreichen) Fans muss ich nicht mehr erklären, wer Saturnus sind, denen unter euch, denen Saturnus noch nichts sagt, ein kurzer Abriss:

Unter dem Namen Assesino zunächst im Death Metal Fach gestartet, benannte sich der Dänen-Vierer bald in Saturnus um und wendete sich bald den doomigen Klängen zu, allerdings gab es relativ bald eine weitere kleine Kurskorrektur in Richtung Gothic Metal (My Dying Bride hatten Schuld). Und damit begann die Erfolgsgeschichte einer Band, die dafür bekannt sind, auch mal extrem lange Konzerte zu spielen und für ihre Live-Qualitäten sehr geschätzt wird.

Soweit die kurze Zusammenfassung der Informationen aus dem Promozettel und diversen anderen Quellen (u.a. Wikipedia). Offensichtlich ist auch, dass sich die Band gerne viel Zeit für die Aufnahme neuer Alben nimmt, was normalerweise der Qualität eher zuträglich als abträglich ist. Wenn ich die gestellten Vergleiche heranziehe (es wurden u.a. Katatonia, My Dying Bride, frühe Paradise Lost und Swallow The Sun genannt), stehen mir qualitativ hochwertige 75 Minuten (inklusive remasterten Song von der ersten Demo 1994!) bevor. Ich bin gespannt!

Eröffnet wird der Reigen mit „Litany Of Rain", der stilecht mit einem Kinderchor (?) eröffnet wird, bevor schwere Riffs auf schleppende Drumarbeit treffen und damit von Anfang an eine Vollbedienung in Sachen melancholischem Doom geliefert wird. Die tiefe Stimme, die stilistisch beinahe schon im Extrem-Death zu verorten ist und folgerichtig sehr tief die Botanik durchpflügt, passt wie die Faust aufs Auge zur Trauermarschstimmung des Songs. Nach 4 ½ Minuten folgt ein erster Bridgepart, der erneut vom unaufdringlichen Kinderchor(?) begleitet wird und in das erste Solo des Albums überleitet, dass wenig überraschend die tiefschwarze Stimmung unterstützt und sehr lange ausgespielt wird. Vor dem letzten Viertel des Tracks erklingt eine Erzählerstimme, die Melodie bekommt einen hintergründig hoffnungsvollen Touch, einen Blick auf einen diffusen Lichtstrahl erhaschend, der jedoch mit Wiedereinsetzen des Growlers wieder zerstreut wird. Großartig! „Wind Torn" steigt mit einem „Steelguitar"-Intro ein, geisterhafte Stimmen schweben über der Szenerie, schließlich kommen die anderen Instrumente dazu, die melancholische Seite der Band wird noch stärker betont als im ersten Track, entsprechend variabler erscheint das Riffing, jedoch ändert sich an der Geschwindigkeit der Darbietung nichts wesentliches. Immer noch schleppt sich das Songmaterial doomend und leidend voran, es ist fast ein bisschen, als einem Menschen zuzusehen, wie er, in seiner Depression gefangen, lethargisch durch den Tag geht. Enorm bedrückend. Dennoch bietet hier die Band - in diesem Fall über das Solo - wieder einen möglichen Ausweg an. Bereits jetzt fällt mir auf, wie sehr der Stil der Band von diesem Kontrast aus tiefster Agonie und einem kleinen Schimmer Hoffnung geprägt ist.

„A Lonely Passage" nimmt nun als Einstiegsinstrument das Klavier zur Hand, welches wunderbar von einer akustischen Gitarre begleitet wird. Das Zusammenspiel mit der Erzählerstimme und dem indianisch angehauchten Background-Singsang macht aus diesem Track nach dem gelungenen Intro leider auf Dauer eine relativ kitschige Angelegenheit, für kurze Zeit hatte ich sogar das böse Wort „cheesy" auf der Zuge respektive unter den Fingernägeln, und ich habe mich ein paar mal dabei ertappt, nachzusehen, wann der Song zu Ende ist. Schade! „A Father's Providence" schlägt wieder eine andere Richtung ein und betont den metallischen Aspekt der Musik stärker. Ich fühle mich zuweilen gar an Großwerke manch einer Band aus der Gothic-Richtung erinnert (der „richtigen" Gothic-Richtung, nicht der „wir-wären-gerne-Gothic-Symphonic-Metaller"). Ein Aspekt, der sich mir als zunehmend störender Faktor offenbart, ist allerdings die allgegenwärtige Erzählerstimme, die mich immer stärker von der - grandiosen! - Musik ablenkt. Sieht man aber davon ab, haben wir bei diesem Track einen kompakten Gothic-Doomer vor uns, der erneut vom Wechsel zwischen viel schwarz und ein bisschen weiß profitiert.

Mit „Mourning Sun" nimmt Gevatter Doom wieder endgültig das Ruder in die Hand und führt den geneigten Hörer in die tiefsten Abgründe der Seele. Das getragene Riffing und die singende Lead-Gitarre tragen ihren Teil zu der Reise in diesen Abgrund bei, der Kopf des Rezensenten bewegt sich beinahe in Trance mit. Die melancholische Wirkung wird dadurch, dass der melodische Part des Gitarrenspiels immer wieder unterbrochen wird, nur noch verstärkt, die Erzählerstimme bleibt diesmal zum Glück außen vor. Kurz vor Schluss darf noch etwas vehementer in die Saiten gelangt werden, und dennoch ist der Track im Endergebnis bei zu wenige Abwechslung zu lang. Ein bisschen kürzer, und der Song wäre echt großartig geworden! „Call Of The Raven Moon" bringt einen leichten Folk-Touch mit rein, was nicht zuletzt an der wunderbar gespielten Akustikgitarre liegt, die von Streichern (Cellos, glaube ich) und einer Querflöte begleitet wird. Die leidliche Erzählerstimme wird zwar ein Spaltthema bleiben (ich kann irgendwie nichts damit anfangen), dennoch offenbart sich der Track als wunderbare Abwechslung und erzählt eine wahrhaft traurige Geschichte. Wundervoll!

Krachend und zutiefst im Doom verwurzelt geht es mit „Forest Of Insomnia" weiter, einer Nummer, die dennoch nicht ein Quantum Dynamik vermissen lässt und - mit überaus gelungenen Leads gesegnet - den Hörer durch einen der besten Tracks des Albums trägt, der zudem, etwa bei Minute 7, ein atmosphärisches Zwischenspiel auf den Tasten aufwartet und so jeden Anflug von Gleichförmigkeit und Langeweile erschlägt. Hört euch das Solo an! Genialer Song, mein persönlicher Tipp des Albums! „Between" ist dann Doom aus dem Bilderbuch: Atmosphäre, tonnenschweres Riffing, zähe Tempoentwicklung, minimale Entwicklung in der Melodie, alles vorhanden. Die mehr als leidliche Erzählerstimme lasse ich mal unter den Tisch fallen. Relativ bald kommt ein akustisch gespielter Zwischenteil, der sich kurz hält und immer wieder mal durch da veränderte Hauptmotiv durchbrochen wird. Im Mittelteil geht der Song in einen komplett mit Streichern unterlegten Atmo-Part über, zelebriert die Langsamkeit noch stärker und bringt - ja, leider! - mal wieder meine heißgeliebte Erzählerstimme zum Vorschein. Alles in allem aber hervorragend. Über den „Bonustrack" hülle ich den Mantel des Schweigens, da mir, außer der „kultigen" Proberaum-Produktion nichts zu diesem Stück einfällt außer „Nette Dreingabe" für diejenigen, die die alte Ausrichtung von Saturnus noch nicht kennen.

Keine Frage, dass, was sich durch meine Ohren leidete und kroch, war Gothic/Doom vom Feinsten; überragende Atmosphäre, in den Engen Grenzen des Genres genug Abwechslung, um das überlange Teil zielsicher und ohne echte Einbrüche im Spannungsbogen durchs Ziel zu bringen, knüppelharte Riffs, melodische Soli, die grandiose Guttural-Kunst des Growlers. Und dennoch muss ich mich bei den beinharten Fans der Band ein bisschen unbeliebt machen, denn ich finde die Spoken-Word-Passagen überstrapaziert und denke, dass sie - obwohl es wahrscheinlich deren Aufgabe ist - meistens kaum zur Atmosphäre beitragen und bisweilen sogar schaffen, diese zu zerstören (geschehen bei „A Lonely Passage"). Manch Song kommt gar fast vollständig mit diesen Erzähltheater, dass mir mit der Zeit leider mehr und mehr auf den Zeiger ging und mir den uneingeschränkten Genuss des Werks etwas verdarb.

Fazit:

Großartiges Album einer großen Band, welches - für meinen Geschmack! - leider an dem omnipräsenten Einsatz der Erzählstimme krankt. Dennoch eins der besten Werke aus dem Doom-Bereich, das mir je zu Ohren kam, das lediglich aufgrund besagter Einschränkungen die Höchstnote knapp verfehlt. Daher vergebe ich hier ein

xl

Michael Denkers

Tracklist:

01. Litany Of Rain
02. Wind Torn
03. A Lonely Passage
04. A Fathers Providence
05. Mourning Sun
06. Call Of The Raven Moon
07. Forest Of Insomnia
08. Between
09. Limbs Of Crystal Clear *

*remasterter Demo-Song von 1994; Bonustrack der ltd. 1st Edition Digi-CD & DLP

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