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Plenty Of Nails - Aus Schatten Gerissen

Plenty of Nails- Aus Schatten gerissenLabel: Monochrom Media

Spielzeit: 38:00 Min.

Genre: Death/Doom/NDH

Info: Facebook

CD kaufen: Facebook

Hörprobe: Youtube

VÖ-Datum: bereist erschienen

 

Der erste Longplayer der jungen Band aus Nützen ist mal wieder das beste Beispiel dafür, dass man ein Buch niemals nach seinem Einband beurteilen sollte (oder wie im vorliegenden Fall, eine Band nach dem Booklet).

Denn so leid es mir tut, Kollegen – das Ganze ist sehr erfreulich professionell gestaltet und beinhaltet löblicherweise alle Texte, aber es kommt doch recht kitschig rüber. Das ist zwar reine Geschmackssache, lässt die Band aber in einem falschen Licht erscheinen. Denn während man anhand des Booklets meinen könnte, hier wäre eine kitschige Gothic/Melodic Death Metal Kapelle unterwegs, die den Weichspüler schon zum Frühstück inhaliert, wird man musikalisch gottseidank eines Besseren belehrt!
Denn schon der extrem gut ausgewählte Opener „Der Gleisschlitzer" zeigt, dass die Band aus einem ganz anderen Holz geschnitzt ist. NDH trifft auf Death Metal, Eisregen-ähnliche Texte und das Ganze wird gekonnt vorgetragen von Sänger Simon Wannick, dessen Stimme mich an den Kollegen Felix von Crematory erinnert (nicht falsch verstehen: Das ist ein Kompliment! Ich finde die Stimme von dem Hoschi verdammt gut!) – richtig geiles Zeug also! Auch der folgende Song „Tiefer" kann überzeugen. Doch wo bleibt denn der im Infoschreiben angekündigte Doom? Der kommt ab dem dritten Track „Memorandum" dazu und auch hier können die Herren einige Pluspunkte einheimsen! Sehr schön gemacht, geschmackvoll zwischen Langsam und Midtempo variierend und mit guter Atmosphäre!

Was mich neben der gelungenen musikalischen Umsetzung aber besonders freut, sind die deutschen Texte, die fernab von Kitschgesülze sind, wie ihn zum Beispiel Crematory in ihren dunkelsten Tagen fabriziert haben, sie sind aber auch nicht nach dem Eisregen-Motto „Hauptsache es provoziert!" geschrieben. Sie sind durchdacht und originell, am besten gefiel mir von Anfang an die Textzeile „Seine Waffen sind Messer und BahnCard" aus dem bereits erwähnten Opener „Der Gleisschlitzer"! Auf so was muss man auch erst mal kommen.

Mein erster Eindruck wurde also sehr schnell revidiert und ich muss sagen, dass mir das Album richtig gut gefällt. Düfte von Fans von Eisregen, über Rammstein bis zu Totenmond auch all denjenigen gefallen, die Spaß haben an harter, aber trotzdem melodischer Musik und auf intelligente, aber dennoch brutale Texte stehen!!

Christian Hemmer

XXL-WertungXL-1

Tracklist:
1. Der Gleisschlitzer
2. Tiefer
3. Memorandum
4. Der Irrsinn
5. Lust
6. Rache
7. Sieben
8. Outro – Fluch der Zeit

 

XXL-Tipp

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