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Lacrimas Profundere - Antiadore

LACRIMAS-PROFUNDERE-antiadore-2013-570x572Label: Napalm Records

Spielzeit: 46:49 Min

Genre: Gothic Rock /Metal

Info: Facebook

CD kaufen: Amazon

Hörprobe: YouTube

VÖ-Datum: bereits erschienen

 

Ich muss zugeben, Antiadore ist das erste Album von Lacrimas Profundere, dass ich je gehört habe. Das liegt vermutlich daran, dass mich die Optik der Band bisher abschreckte. Der einzigen Combo, der ich diesen Ville Valo-Look mit Lederarmbändchen, Kajal, Mangafrisur und nackter Hühnerbrust unter dem Jackett je verziehen habe, war End of Green, die mich von ihrer musikalischen Qualität überzeugen konnte, als auf ihren Platten noch das selbsterfundene Genre Depressed Subcore stand und der Sänger sich nicht Michelle Darkness nannte, sondern schlicht und einfach Michael Huber. Warum diese lange Einleitung? Weil man ja immer eine Art Orientierungspunkt in bekannten Gefilden braucht, um etwas zu beschreiben und End of Green zumindest optisch im gleichen Fahrwasser fahren wie ihre bayerischen Kollegen. Das dieses Erscheinungsbild bei Gruft-Girlies super ankam und die ganze XtraX-Fraktion sich hier im Goth Rock-Himmel wähnte, trug sicherlich zur allgemeinen Popularität der Band bei, die seit 1995 immerhin satte 10 Alben rausgehauen hat, ohne an meinem reichlich schwarzen Ereignishorizont jemals aufzutauchen. Um das zu ändern, habe ich bei der Redaktion auch laut „hier“ geschrien, um das Album rezensieren zu dürfen und an genau dieser Stelle beginnt es, schwierig zu werden.

Schwierig, weil ich als Gothic Rocker alter Schule natürlich Magenkrämpfe bekomme, wenn jemand diese Schminkstift-Vertreter in die gleiche Schublade stecken möchte wie die Fields of the Nephilim, Love Like Blood oder Nosferatu. Klar, auch ein Carl McCoy hat Mamas Eyeliner stibitzt, aber dessen Pressefotos waren nie so offensichtlich darauf abgestimmt, depressive Emo-Teenager zum Ausgeben ihres Taschengeldes zu überreden, wie die aktuellen Shoots der hier besprochenen Band. Schwierig, weil die Musik, die diese Jungs machen, eigentlich gar nicht so ungeil ist, wie mein vorurteilsvergifteter Sinn für Gothicmode mir einreden möchte. Mir fällt es wirklich schwer, eine Band ernst zu nehmen, die so aussieht, als hätte man mit Hilfe eines Polizeicomputers versucht darzustellen, wie Tokio Hotel in 15 Jahren aussehen. Da ich zwar alt genug bin, um mir szenebezogene Vorurteile leisten zu können, aber noch nicht alt genug, um ein missgünstiger alter Greis zu sein, habe ich mich also dazu gezwungen, die Bilder aus meinem Kopf zu verbannen und mich einzig der Musik zu widmen.

Ganz korrekt ist es ja nicht, wenn ich behaupte, Lacrimas Profundere würden sich im Bereich Gothic Rock sehen. Viel eher möchten sie ihre Musik offenbar als Goth‘n‘Roll verstanden wissen und das passt eigentlich ganz gut für den Sound, den sie auf Antiadore präsentieren. Schon der Opener My Release In Pain groovet ganz gut und setzt die Marschrichtung für die Platte. Ein schweres Rockbrett trifft hier auf den dunklen, pathosgeladenen Gesang, der für diese modernen Vertreter gotischer Rockmusik aus Deutschland mittlerweile typisch ist. Unweigerlich wippt hier der Fuß mit und ich kann mir direkt eine Liveatmosphäre vorstellen, in der das Publikum kocht. Richtig interessant wird das Ganze aber dann, wenn die Kompositionen das Tempo rausnehmen und sich von einer sehr gefühlvollen, melancholischen Seite zeigen. All for Nothing ist so ein Stück, das relativ langsam anfängt und sich unterstützt von Keyboardklängen zu einem eindrucksvollen Höhepunkt steigert, der zwar kracht, aber dem Gesang von Rob Vitacca noch genug Raum lässt, um sich zu entfalten. Eine gewisse Heiserkeit in der Stimme passt perfekt zu den schweren Gitarrenriffs. Der Song ist definitiv ein Reinhörtipp! Mein Favorit schließlich ist eine ziemlich flotte Nummer namens Remembrance Song. Das Stück fängt elektronisch an und könnte sich bis zu einer gewissen Stelle auch zu einer astreinen Future Pop-Hymne entwickeln. Dann setzen die Drums und Gitarren ein und rocken mit solcher Wucht nach vorne, dass man sich fühlt, als wäre man gerade mittels Dampfkatapult von der USS George Washington geschossen worden. Spätestens hier fängt die Interpretation der Band von Gothic Rock an, Spaß zu machen. Energetisch hämmern sich die Musiker durch den Song und haben spätestens hier mein pechschwarzes Herz erobert. Wenn das Album dann mit dem tonnenschweren A Sigh abgeschlossen wird, tut er mir richtig leid, diese Musiker aus Waging am See bisher so schmählich missachtet zu haben. Mitreißend wird hier noch einmal ein hervorragend komponiertes Stück Düstermusik präsentiert, dass mit epischen Klangteppichen unterstützte Gitarrenriffs raushaut, die unter die Haut gehen. Auch hier ist es wieder der Gesang, der den Sound perfekt abrundet und alle Klischees verzeihen lässt. „Play it loud and in a darkened room“ ist eine alte Marillion-Anweisung, die man auch für dieses Album geben könnte. Ja, Lacrimas Profundere können Gothic!

Ich glaube, ich habe in irgendeiner Anzeige gelesen, dass Lacrimas Profundere etwas für Fans von HIM und Paradise Lost sei. Da musste ich schmunzeln, denn gerade die Zweitgenannten gehören zu meinen Göttern. Der Vergleich ist auch ehrlich gesagt denkbar schlecht, denn gerade mit der Rückbesinnung auf ihre Metalwurzeln haben sich die Briten doch wieder stark von dem entfernt, was beim hier besprochenen Album als Goth‘n‘Roll bezeichnet wird. HIM passt da schon eher, obwohl die Bayern doch deutlich härter daherkommen als die Finnen. Irgendwo dazwischen liegt die Wahrheit aber auch nicht, weswegen ich diese Werbung nach Anhören der Platte schon als irreführend bezeichnen würde. Meinen anfangs getätigten Vergleich mit End of Green würde ich auf die Musik erweitern. Der Gesangsstil ist sehr ähnlich, die Musik streckenweise auch und so könnte man beide Bands eigentlich ganz gut in eine Schublade stecken, in der moderner, von HIM beeinflusster Gothic Rock / Metal eingeordnet wird. Da ich aber kein Fan von Schubladen bin und nun dank Antiadore auch meine Vorurteile bezüglich des Erscheinungsbildes in die Tonne haue, kann ich allen, die diese Band so wie ich bisher noch nicht kannten, nur empfehlen dies schleunigst zu ändern. Allen Fans der Gruppe wird die neue Scheibe mit Sicherheit gefallen und allen Goth-Girlies brauche ich gar nichts mehr raten, die kaufen eh, weil die Jungs so schnuckelig sind.

Oliver Fedtke

xl

Trackliste:
01. My Release in Pain
02. Antiadore
03. What I´m Not
04. All For Nothing
05. Dead To Me
06. Abandon
07. Still In Need
08. Deny For Now
09. Head Held High
10. My Chest
11. Remembrance Song
12. A Sigh
13. Words (Bonus Track)
14. Doomed and Unarmed (Bonus Track)

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