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Aktuelle Seite: StartseiteTonträger-ReviewsI-KKing 810 - Memoirs Of A Murderer

King 810 - Memoirs Of A Murderer

king-810-Label: Roadrunner Records / Warner Music

Spielzeit: 68:03 Min.

Genre: Modern Metal

Info: Facebook

CD kaufen: Amazon

Hörprobe: Youtube

VÖ-Datum: bereits erschienen

 

Flint, Michigan. Eine Stadt, vor den Toren Detroits, die beweißt, wie verheerend es ist, wenn eine Stadt seine gesamte Zukunft auf eine Karte – die Autoindustrie – setzt. Und damit grandios scheitert. Heutzutage de facto in einem anarchischen Zustand versunken, bietet die Stadt die perfekte Vorlage für ein vor Hass und Verzweiflung strotzendes Album.

Womit wir zu der hier vorgestellten Band kommen, die aus selbiger Stadt stammt und allen Grund hat, ihre Wut in irgendeiner Form zu kanalisieren. Doch während viele den destruktiven Weg wählen, wählen die Jungs von King 810 den kreativen, und haben ihr Debüt eingerotzt, dessen Bewertung mir als Aufgabe zuteil geworden ist. Stilistisch soll es dabei in eine sehr ähnliche Richtung gehen, wie bei den Maskenträgern aus Iowa. Zutreffend? Lassen wir uns davon überzeugen.

„Killem All" beginnt bereits in schwer dissonanter Manier los, und während sich der Song eingroovt, bekomme ich ob der Stimme des Shouters – in der nur schwer kontrollierten Wut, die daran mitschwingt – unmittelbar eine Gänsehaut. Der Song als solches ist vor allem eins: Groove par excellence. Das Riffing ist dissonant, sparsam, aber effektiv eingesetzt und machen den Song somit zu einem hart zu verdauenden Intro-Brocken ... der direkt in „Best Nite Of My Life" mündet, der im Gegensatz zum Eröffnungssong bereits etwas schneller daherkommt und stilistisch tatsächlich punktgenau zwischen Slipknot und Hardcore-Sounds liegt. Mit einfachem, aber effektivem Riffing ausgestattet und einer furztrockenen Produktion gesegnet, fräst sich der Track direkt ins Kleinhirn des geneigten Zuhörers und geht direkt in ...

... „Murder Murder Murder" über, der das Outro des letzten Songs aufgreift, den Groove-Anteil hochschraubt, und einige Slipknot-Gedächtnis-Riffs im Gepäck hat. Was auffällt: die Band scheint als Trademark gerne „Gesangs-Breaks" zu nutzen, in denen nichts außer dem Gesang zu hören ist. Das führt unweigerlich mit einer tieferen Auseinandersetzung mit den Lyrics, und machen damit den „Genuss" des Albums zu einer schweren Angelegenheit. Gegen Ende des Tracks jedenfalls ist noch ein Soundscape zu hören, der so in einem Sumpf oder an einem See hätte aufgenommen worden sein können. „Take It" beginnt akustisch und verbreitet damit Dirty Blues-Vibes. Erzählt wird die Geschichte einer Entführung oder eines versuchten Mordes (ganz sicher bin ich nicht), die so authentisch erzählt wird, dass es einem eiskalt den Rücken runterläuft.

„Fat Around The Heart" verbreitet danach unmittelbar wieder eine unheilvolle Atmosphäre, die durch die Lyrics und das Hauptthema des Songs gestützt wird. Erneut instrumental sehr spartanisch gehalten, ist der Track dennoch mit Doublebassdrum-Passagen gespickt, und das Ende markiert erneut den Übergang zum nächsten Track „Treading and Trodden", der als Besonderheit einige Industrial-Zitate bietet und ansonsten erneut mehr auf Atmosphäre als auf Raffinesse setzt. Die Gitarre groovt sich durch den Chorus und durchbricht damit das ständig wabernde Unheil. Tatsächlich erinnert mich das ganze diesmal in manchen Momenten sogar sehr an alte Korn, wenn auch ohne das bahnbrechend-innovative Riffing ausgekommen werden muss.

„Anatomy 1:2" ist nichts anderes als die Verlesung eines schaurig-schockierenden Gedichts. Anhören sollte man es sich dennoch ... mit Meeresrauschen geht es dann in den Track „Eyes" über, der sich als depressive Ballade mit akustischen Elementen entpuppt und auch sonst etwas aus dem Rahmen fällt, da von Elektronika inspirierte Beats zum Einsatz kommen. Und doch: extrem packend ist es allemal.

„Desperate Lovers" groovt von Anfang wie die Hölle und haut dir mächtige Riffs um die Ohren, was den Track unmittelbar zum vielleicht (ungewollt?) eingängigsten Song des Albums machen. Warum? Weil das Riffing ungewohnt straight daherkommt. Auch wenn es vielleicht im Kontext des Gesamtwerks bislang etwas seltsam anmuten mag – denn der Song atmet immer noch das gesamte Spektrum negativer Emotion – muss der Track doch als eine Art „Erholungspause" für den Hörer gewertet werden. Wer sich an das Gesamtwerk der Band rantasten will, dem empfehle ich zunächst diesen Track. „Boogeymen" erschafft mit Bass, creepy Soundscapes und akzentiertem Drumming eine horrorähnliche Atmosphäre, die dem Titel dieses Tracks angemessen erscheint und gleichzeitig ein gewisses Alleinstellungsmerkmal unter allen anderen Songs des Albums verleiht. Unheimlich intensiv ist auch der Chorus vorgetragen. Anhören!

„Devil Don't Cry" ist dann eine faustdicke Überraschung: Klavier und Streicher vereinen sich im Walzer-3/4-Rhythmus zu einer faszinierenden Ballade – das setzt einen interessanten Kontrapunkt, obwohl nichts von der destruktiv-negativen Atmosphäre des Albums verloren geht. „Anatomy 1:3" ist die Fortsetzung des Gedichts von „Anatomy 1:2" und jagt dem geneigten Hörer erneut kalte Schauer über den Rücken ...

„Carve My Name" bedient mit stumpfen, stampfenden Rhythmus, manischem Gesang und wabernden Soundscapes erneut die Abgründe menschlichen Daseins, überrascht allerdings mit einer fast Death Metal-artigen zweiten Hälfte und geht relativ schnell in ein ständig skandierendes „Fight!" über, dem sich – über militärischem Gleichschritt – der Track „War Outside" anschließt, der sich mit groovenden Riffs und faszinierendem Drive direkt unter die Schädeldecke fräst und dort nicht mehr so schnell rauskommen wird. Diesmal fühle ich mich tatsächlich ein wenig an Slipknot erinnert, womit allerdings die alten Slipknot gemeint sind.

„Write About Us" beginnt mit Trommeln, deren Rhythmus vom Schlagzeug aufgegriffen wird und sonst zunächst allein von den Lyrics begleitet wird. Später gesellen sich – quasi Schicht für Schicht – dissonante Gitarrentöne dazu ... Was mich an diesem Track extrem mitnimmt, ist die Tatsache, dass der Sänger die Geschichten der Menschen aus seiner Nachbarschaft erzählt. Da wird einem anders, und manch einer wird schwer schlucken müssen. Der Abschlusstrack „State of Nature" beginnt zunächst akustisch-verzerrt, Wind weht über die Szenerie, die Verzerrung wird rausgenommen, und eine cleane E-Gitarre begleitet den Sänger durch seine Geschichte. Die Szenerie soll später noch von Schlagzeug, Bass und Klavier begleitet werden und nimmt dadurch nur an Intensität zu ...

Es ist unheimlich schwer, dieses Album nur annähernd distanziert zu betrachten, besonders, wenn man sich als Rezensent – wie ich das mache – intensiv mit der Musik, die man bewerten will, auseinandersetzt. Slipknot und Korn als Orientierungsanker dienen auch nur als ebensolche und können nur unzureichend beschreiben, welchen Stil King 810 pflegen. Ist es moderner Metal? Groovender Modern Metal gar? Mit Sicherheit, aber es ist noch viel mehr.

Ich hatte mich zunächst gewundert, woher und warum 16 Tracks sein mussten. Hinterher stelle ich diese Entscheidung nicht mehr in Frage, denn eins muss ganz klar gesagt sein: Es geht den Musikern nicht darum, auf das Kielwasser einer großen Band aufzuspringen oder gar mit Plagiarismus zu „glänzen". Es ist – mit Abstand – eines der emotional ehrlichsten Alben, die ich seit Ewigkeiten gehört habe. Und genau darin liegt auch die Krux.

Denn eins sollte klar sein: dieses Album – und damit die Band – wird aufs Extremste polarisieren. Ich traue mit diesem Werk den Jungs unbesehen zu, direkt eine extrem große Fanbase aufzubauen – weil jedes Wort authentisch, jede Emotion echt ist. Andere werden mit der Musik als solches einfach nichts anfangen können und sicherlich das ganze Album als solches einem Verriss anheimfallen lassen. Doch damit täte man der Band unrecht.

Wem ist dieses Album nun zu empfehlen? Ich kann da keine klare Aussage dazu treffen, und dass will ich auch nicht. Was feststeht, ist, dass die Band mit dem Album „Memoirs Of A Murderer" eine emotionale Tour de Force erschaffen haben, die den Hörer durch die Abgründe menschlichen Fühlens vor dem Hintergrund eines tristen Daseins führt. Das zu hören, dazu muss man bereit sein. Wenn man sich aber darauf einlässt, erwartet einem das authentischste Album seit langer Zeit. Ich bin immer noch emotional ausgelaugt, geplättet, und trotz allem kann es – in diesem Fall – nur ein Urteil für mich geben.

XXL-WertungXXL

Michael Denkers

Tracklist:

1. Killem All
2. Best Nite Of My Life
3. Murder Murder Murder
4. Take It
5. Fat Around The Heart
6. Treading and Trodden
7. Anatomy 1:2
8. Eyes
9. Desperate Lovers
10. Boogeyman
11. Devil Don't Cry
12. Anatomy 1:3
13. Carve My Name
14. War Outside
15. Write About Us
16. State Of Nature

XXL-Tipp

XXL TippxxlSulphurAeon

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