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I Am Revenge - Red Gold

i am revenge cover smLabel: Swell Creek Records / Soulfood

Spielzeit: 34:49 Min.

Genre: Hardcore

Info: Facebook

CD kaufen: Amazon

Hörprobe: Youtube

VÖ-Datum: 21. Februar

 

Hamburg hat in musikalischer Hinsicht viel zu bieten. So ist neben zahlreichen Club- und Hallenkonzerten die Szene in Pop, Rock und Metal reichlich vertreten. Aus der Hardcoreecke liegt diesmal I Am Revenge auf dem Seziertisch, die sich aus Mitgliedern von diversen Bands (u.a. D.T.A., Pride Shall Fall und Badge Of Apathy) zusammengetan hat. 2010 gegründet unter verschiedenen schwierigen Umständen, hat man zunächst eine EP eingetrichtert, die zum freien Download verfügbar ist (oder war?).
2012 kam dann ihre erste LP „Pit Justice“ heraus, die von diversen Fanzines hervorragende Kritiken erhielt. Dieses Jahr darf nach langer Wartezeit die zweite Platte zu Gehör gelassen werden und man darf gespannt sein, ob sich das warten gelohnt hat.

Zunächst das düstere Intro „Killer“, dass eine gehörige Spannung aufbaut und fast schon unheimlich daher kommt. „Instinct“ knallt mit derben Riffs und einer Härte, die seinesgleichen sucht. Sänger Okan rotzt brutal ins Mikro, was durch den Sound beachtlich gut getragen wird.
„Dark Passenger“ ist ein wenig melodiöser als sein Vorgänger, büßt aber nichts an Brutalität ein. Mit Taktwechseln spart man hier nicht, diese sind aber so gut eingearbeitet, dass sie den Sound noch wuchtiger erscheinen lassen. „Bleed“ macht keine Gefangenen, auch wenn der Song ein wenig monoton klingt. Zum Moschen reicht es trotzdem. Der Break zwischendurch pusht nochmal ordentlich. Kann man durchgehen lassen.

Wer jetzt denkt, dass eine Verschnaufpause kommt, der wird durch die Tracks „State Of Shock“ und „Back Off“ aus dieser Illusion gerissen. Zweiterer ist arg gewöhnungsbedürftig durch den anfänglichen Elektrobeat, gibt aber anschließend mit den stark tief gestimmten Instrumenten und den wuchtigen Drums einen „auf die Fresse“- Sound ab. Der Rap Part irritiert zwar ein wenig, passt aber gut in das Gesamtbild des Songs. „Five Months“ ist ein wenig überproduziert, dass kann man aber durch die Intensität des Tracks schon durchgehen lassen.

Es geht ungestüm weiter, denn das Energielevel wird auch bei „The Last Of Us“ gehalten. Das Tempo hat man ordentlich angezogen und die Growls tun ihr übriges. Als Zwischenfazit kann man vorausschicken, dass die Songs ordentlich knallen, aber die Platte wird leider mit der Zeit etwas langatmig. Abhilfe schafft der Track „Unrated“, der aus der leichten Tristesse ausbricht und den Hörer bei der Stange hält. Ab da macht das Hören wieder Spaß. Am Schluss noch ein geiler Break und schon ist der Tag gerettet.

„Enemy Down“ glänzt mit einem Gitarrenduett, das von der darauf folgenden Riffwand plattgewalzt wird. Die Vocals werden leidenschaftlich nach vorne gerotzt und an Speed fehlt es auch nicht die Spur. Der Titeltrack prescht nach vorne, so dass es eine Freude ist und spiegelt die Spielfreude der Hamburger perfekt wieder. Der mit Abstand beste Song auf der Platte. „O.M.F.B“ ist dagegen abwechslungsarmer gestaltet, macht diesen Umstand mit ordentlich Härte und einen knallharten Breakdown wett. Zum Schluss wird „Outsider“ kredenzt, dass erst mal ruhig über den Äther geht. Das ändert sich natürlich schnell und so gibt die Band nochmal ordentlich Gas. Zwischendurch lässt man die Riffs langsam und kräftig anschlagen und schafft danach einen Ruhemoment. So wird die Platte zu guter Letzt ausgefadet und hinterlässt einen gemischten Eindruck.

Eigentlich gibt es nichts zu meckern denn das Album ist gut produziert, das Energielevel ist sehr hoch und Fans der härteren Schiene dürften zu Recht ihren Spaß haben. Schade ist nur, dass man recht lange braucht, damit die Platte sich im Ohr festsetzt und zunächst sehr langatmig wirkt. Wem das allerdings nichts ausmacht, der darf ohne Bedenken zugreifen und live ist das Material bestimmt partytauglich. Hardcore ist eben am besten, wenn man es live erlebt.

„Red Gold“ macht vieles richtig und geizt nicht mit Leidenschaft, Härte, Breaks und Spielfreude. Man braucht zwar ein wenig, bis man mit der Platte warm wird, aber die Hamburger Jungs haben es verdient, euer Gehör zu bekommen. Ein sehr solides Album.

Ben Denkers

XXL-WertungL

Tracklist:

1. Killer
2. Instinct
3. Dark Passenger
4. Bleed
5. State Of Shock
6. Back Off
7. Five Months
8. The Last Of Us
9. Unrated
10. Enemy Down
11. Red Gold
12. O.M.F.B.
13. Outsider

XXL-Tipp

XXL TippxxlSulphurAeon

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