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Iced Earth - Plagues of Babylon

iced earth 2014Label: Century Media

Spielzeit: 62:16 Min.

Genre: Power Metal

Info: Facebook

CD kaufen: Amazon

Hörprobe: Youtube

VÖ-Datum: bereits erschienen

 

 

Gute zwei Jahre nach dem herausragenden „Dystopia“, der vermeintlichen Wiederauferstehung von Jon Schaffer’s Iced Earth, steht auch schon der Nachfolger parat. Erneut mit Glücksgriff Stu Block hinterm Mikrofon. Dafür drehte sich das Besetzungskarussell auf anderen Positionen: hinter dem Schlagzeug hockte diesmal Raphael Saini und am Bass zupft jetzt Luke Appleton. Ansonsten nicht viel Neues auf „Plagues of Babylon“.
Hatte man aber nach dem letzten Werk die Hoffnung, Iced Earth würden nach einigen, sagen wir mal freundlich, durchwachsenen Jahren mit den allzu politischen Alben „The Glorious Burden“ und den beiden „Something Wicked“-Teilen – Schaffers aufgesetzte Story einer invadierenden Alienrasse, die die Menschheit unterjocht, war schließlich nichts anderes, als ein „subtiles“ Vehikel, um seine Redneck-Gesinnung und Tea-Party-Ansichten in die Welt zu tragen –, endlich zurück in die Spur finden, erfährt diese Hoffnung nun einen herben Dämpfer.
Stu Block, der auf „Dystopia“ überraschend stark in das Songwriting involviert war, konnte dem Ego von Schaffer diesmal leider nicht genügend Einhalt gebieten. So bilden die ersten sechs Songs (oder 35 (!) Minuten) von „Plagues Of Babylon“ die Fortführung der „Something Wicked“-Saga. Erst die letzten sechs Lieder sind eigenständige Stücke, unter die sich aber auch zwei Cover-Versionen geschlichen haben.
Diese Teilung des Albums lässt sich beim Hören dann auch recht deutlich wahrnehmen und erfordert daher eine getrennte Beurteilung.

Die „Something Wicked“-Hälfte beginnt mit heftigen Drum- und Gitarrenschlägen, die nahezu zwei Minuten lang den Titelsong einleiten, letztendlich aber nichts mit dem weiteren Songverlauf zu tun haben. Ein separates Intro wäre die bessere Wahl gewesen und hätte auch den Song „Plagues of Babylon“ runder werden lassen. Allerdings gibt es hier ohnehin nicht viel zu retten. Viel zu belanglos kommt die Nummer daher, bei der so gar nichts zünden will.
Mit „Democide“ schließt sich die nächste Enttäuschung an, die erneut von einer überlangen Einleitung ausgebremst wird. Wenn das Tempo dann endlich anzieht, kann die Nummer aber auch sonst keine großen Akzente setzen.
Ähnlich verhält es sich mit den weiteren Liedern des „Something Wicked“-Abschnitts. Man recycelt munter die eigenen Riffs und auch der Schaffer-Songtext-Generator läuft auf Hochtouren (Beispiele: „Deception reigns, you live in chains“ / „We will tear the weak from the strong to enslave the masses“ / „We shall rise and resist!“). Und wer immer noch meint, Schaffer verfolge keine politisch motivierten Absichten, dem wird spätestens bei der Zeile „Spread like fire through the minds of brothers“ alles klar. (Man rufe sich dazu bitte das (hoffentlich einzige) Album von Sons Of Liberty, Schaffers Propaganda-Projekt, mit dem Titel „Brush-Fires Of The Mind“ in Erinnerung.)
Bei all diesem in mittelmäßige Musik gehüllten Mumpitz, können auch die Backing Vocals von Hansi Kürsch nichts mehr retten. Ja, der Kürsch singt hier mit. Sogar bei fünf Songs! Das hätte er sich aber auch schenken können, da man außer seinen Screams in „Among the Living Dead“ nicht viel von ihm zu hören bekommt.
Einzig „The End?“ lässt aufhorchen. Großartige Gitarrenmelodien, ein typischer Iced-Earth-Refrain und die unnachahmliche Leistung von Block heben diese Nummer aus dem bisherigen Material deutlich hervor. Da kann man es auch mal verzeihen, dass man sich im Mittelteil allzu offensichtlich bei „Dark City“ bedient hat.
Wenn man sich durch den neuen „Something Wicked“-Quark gequält hat, kann man trotz dieser abschließenden Ausnahme nur hoffen, dass dies endgültig „The End!“ der Geschichte war.

Wer die Platte bis jetzt noch nicht wütend aus dem Player geschmissen hat, wird seinen Ohren nicht trauen. Denn was nun folgt, hat so gar nichts mit dem bisher Gehörten zu tun.
Schon „If I Could See You“ ist eine wahre Wohltat. Die obligatorische Halbballade basiert zwar auch wieder auf der Blaupause „I Died for You“, lässt sich aber dank schöner Melodien und den wehmütigen Gitarrenklängen gut hören.
Und dann folgt doch tatsächlich nichts anderes als ein neuerliches Meisterwerk aus dem Hause Iced Earth: „Cthulhu“. Klare Akkorde und leise Chöre verbreiten eine mystische Atmosphäre, die von vorsichtigem Gesang begleitet wird. Mit einem wuchtigen Riff und einem Schrei legt der Song dann richtig los und wird zu einem amtlichen Brecher mit einem dieser unnachahmlichen Refrains. Und dann ist da noch Stu Block. Was der Junge hier abliefert... unfassbar! Ich verneige mich.
Natürlich wird die Nummer nicht mehr getoppt, aber „Peacemaker“ braucht sich dahinter auch nicht zu verstecken. Schön bluesig, galoppiert man hier durch eine Geschichte aus dem Wilden Westen. Erfrischend anders.
Das unspektakuläre „Parasite“ kann man noch ganz gut weghören, bevor ein weiteres Ärgernis die gute Laune zerstört. Als wäre „Something Wicked“ noch nicht genug, covert sich Schaffer nun auch noch selbst und füllt die Platte mit „Spirit of the Times“ von Sons Of Liberty. Zugegeben, der Song verfügt über sehr gute Melodien, der Text ist aber mehr als peinlich. Und das auf ein Iced-Earth-Album zu packen, weil man damit wohl mehr Menschen erreichen kann, ist schlicht unverschämt.
Ein unrühmlicher Abschluss von „Plagues Of Babylon“, wäre da nicht noch ein weiteres Cover: „Highwayman“ von Jimmy Webb. Die bekannteste Version des Liedes wurde 1985 von den Country-Legenden Kris Kristofferson, Waylon Jennings, Willie Nelson und Johnny Cash veröffentlicht. An dieser haben sich auch Iced Earth orientiert und präsentieren ihre kongeniale Version ebenfalls als Quartett. Neben Jon Schaffer, natürlich als „Highwayman“, und Stu Block haben Russell Allen (Symphony X) und Michael Poulsen (Volbeat) jeweils eine Strophe übernommen. Eine hervorragende Songauswahl und eine sehr gelungene Umsetzung. Und ein versöhnliches Ende von „Plagues Of Babylon“.

Jon Schaffer hatte immer das Glück, einen Ausnahmesänger in seiner Band zu haben. Stu Block reiht sich da nahtlos ein. Das Problem in den letzten Jahren war vor allem das Songmaterial. Schaffer kann seine politische Meinung einfach nicht mehr außen vor lassen. Das Mitwirken von Block schien dies ein wenig einzudämmen. Zwar herrschte auch auf „Dystopia“ eine vorwiegend, nun ja, dystopische Thematik vor, meist waren jedoch Filme die Grundlage. Und dank der mitreißenden Musik fiel dies nicht weiter unangenehm auf. Das Album machte einfach wieder Spaß.
Dieses Niveau kann „Plagues Of Babylon“ nicht halten. Vor allem die erste Hälfte verkommt in Mittelmäßigkeit. Die „Something Wicked“-Story wäre auf einer eigenen EP besser aufgehoben. Die hätte man einfach im Laden stehen lassen können. Stattdessen hätte man noch weitere eigenständige Songs schreiben sollen. Die sind nämlich allesamt ordentlich bis überragend. Auch Stu Block wirkt hierbei deutlich freier.
Überhaupt muss man die Gesangsleistung hervorheben. Hatte sich Block auf dem Vorgänger noch oft an Matt Barlow und dem Ripper orientiert, klingt er auf „Plagues Of Babylon“ absolut selbstständig und zeigt wieder mal eindrucksvoll, was er hinter dem Mikro alles drauf hat. Bleibt nur zu hoffen, dass sein Talent bei Iced Earth nicht verheizt wird.

Einerseits findet man auf dem Album ein paar wirklich großartige Songs, wie sie nur Iced Earth spielen können, andererseits muss man sich aber zunächst durch jede Menge ärgerliche Belanglosigkeit quälen. Unterm Strich landet das Gesamtwerk „Plagues Of Babylon“ damit nur knapp überm Durchschnitt.

Christian Schrübbers

XXL-WertungXXL

Trackliste:

01. Plagues Of Babylon
02. Democide
03. The Culling
04. Among The Living Dead
05. Resistance
06. The End?
07. If I Could See You
08. Cthulhu
09. Peacemaker
10. Parasite
11. Spirit Of The Times
12. Highwayman
13. Outro

XXL-Tipp

XXL TippxxlSulphurAeon

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