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Extol – Extol

extol -extolLabel: Indie Recordings

Spielzeit: 46:30 Min

Genre: Progressive Metal

Info: Facebook

CD kaufen: Amazon

Hörprobe: Youtube

VÖ-Datum: bereits erschienen

 

Seit der Auflösung im Jahr 2007 haben Fans der Band Extol lange auf die Reunion gewartet. Unberechtigt war und ist dieser Wunsch danach bei weitem nicht, haben sich die Norweger seit ihrer Gründung im Jahr 1993 einen exzellenten Ruf erspielt und brachten der bis dahin eher blutleeren Landschaft des christlichen Metal ein wenig Glanz und Glaubwürdigkeit.

Obwohl ihr Pensum an Longplayern eher gering ist, haben besonders die Alben „Undecieved“ und „Synergy“ durch die Mischung aus Death Metal, Progressive und positiv nachdenklichen Texten diese zu Klassikern innerhalb des christlichen Metal gemacht.

Anders erging es dem bislang letzten Album „The Blueprint Dives“, dass durch die sehr poppige Ausrichtung viele Fans vor den Kopf stieß. Umso neugieriger ist man auf das neue Material gespannt, welches der fünfte Longplayer „Extol“ mit sich bringen mag. Finden wir es heraus.

Das Album fängt gleich mit verspielten Riffs und viel technischen Gefrickel an. Der gutturale Gesang und die abwechslungsreiche Rhythmik ergeben ein sympathisches Ganzes und selbst der cleane Gesang im Refrain schmiegt sich sanft ins Ohr. Dazu noch ein schönes Gitarrensolo und fertig ist ein gelungener Openingtrack namens „Betrayal“. „Open The Gates“ schlägt in die gleiche Soundkerbe. In diesem Song handelt es sich um die Bitte an Gott nach Führung auf den Weg der Aufrichtigkeit. Schön umgesetzt durch viele ruhige Momente, die neben den harten Riffs und den hämmernden Drums koexistieren. „Wastelands“ klingt erst mal ziemlich schräg, dies legt sich aber durch den weiteren Songaufbau, der insgesamt sehr stimmig ist und keineswegs langweilig scheint. Man bekommt das Gefühl, sich auf einer trostlosen Welt zu befinden, die durch atmosphärische Gitarrenklänge und einem traumhaften Soli getragen wird.

Es hämmert zunächst, so wie ein Schmied auf Metall haut. Währenddessen erklingen die ersten zackigen Riffs und ziehen ein amtliches Tempo mit sich. So hinterlässt „ A Gift Beyond Human Reach“ sehr früh Eindruck. Das wird durch die Tatsache unterstrichen, da der Track ansatzweise nach Thrash Metal klingt, es aber auch mit den üblichen progressiven Elementen bestückt. Bedrohlich wirkt der Nachfolgesong „ Faltering Moves“. Hier das Tempo ein wenig gedrosselt, dort die Gitarren derbe tief getunt und schon hat man einen ordentliches Soundgewand, das in die Eingeweide geht. Vergessen hat man aber auch nicht die feinen Melodien im Refrain, die einem Luft zum atmen lassen. „Behold The Sun“ glänzt mit vielen cleanen Vocals, die ihren Weg zwischen schnellen Riffs zu bahnen gedenkt. Hier stimmt auch alles, hat man doch die Mixtur aus zackigen Riffs, leidenschaftlichen Growls und innovativen Melodien gut drauf. Zum Schluss noch ein kurzes Solo und weiter geht’s.

„Dawn Of Redemption“ lässt sich mit der Einleitung Zeit, da man die allein gespielte Gitarre und die später hinzukommende Geige viel Freiraum lassen möchte. Dazu kommen noch die am Anfang vorkommenden Regengeräusche und so hat man ein gutes Instrumental am Start, dass zwar etwas gewöhnungsbedürftig ist, aber sonst nicht schlecht klingt.

Zur Sache kommt der folgende Track „Ministers“, dass das Gaspedal im gesunden Maß durchdrückt. Textlich kommt ein Hauch von Selbstoffenbarung zum Vorschein, was sich z.B. durch die Textzeile „we are lost in our addictions“ bemerkbar macht. Der Song an sich ist gepaart mit viel Groove und verspielten Gitarrenparts, was ihn sehr kurzweilig erscheinen lässt. Der Titeltrack nimmt Akustikgitarren und Streicher zur Hilfe, um dann die brutale Keule zu schwingen. Gemäß des Namengebenden Begriffes (Exto l= Lobpreis) wird hier Gott besonders im Refrain hoch gelobt. Wer damit nichts anfangen kann, der kann sich immer noch an dem schönen Arrangement erfreuen, denn das ist unglaublich gut komponiert. Es geht auch nahtlos in den nächsten Song „Unveiling The Obscure“ über, der den Lobgesang etwas anders fortsetzt als sein Vorgänger. Man legt rifftechnisch noch eine Schippe drauf und gegen Ende wird es nochmal richtig melodisch. Die Band preist lautstark und mit all ihren Talenten die Botschaft des Evangeliums.

Extol zeigen mit ihrem selbstbetitelten Album, dass die lange Pause sich mehr als gelohnt hat. Man merkt von Anfang bis Ende, dass die Norweger ausgezeichnete Musiker sind und viel Abwechslung in ihre Musik bringen. Den Fans kann man beruhigend sagen, dass Extol sich weiterentwickelt haben und die Blueprint Zeit mit ihren poppigen Grundsound hinter sich gelassen haben. Die Platte hat definitiv Potenzial und bringt die Szene würdig weiter.

Für alle, die mit der christlichen Ausrichtung der Band (milde ausgedrückt) nichts anfangen können, riskiert dennoch ein Ohr, es lohnt sich.

„Extol“ bringt alles mit, was die Band schon früher ausgezeichnet hat: Abwechslungsreichtum, groovige Riffs, kernige Growls und ausgezeichnetes Songwriting. Alles in allem ein gelungenes Comeback für einer der besten Bands in diesem Genre. Willkommen zurück Jungs! Ihr habt dem christlichen Metal gefehlt!

Ben Denkers

xxl

Tracklist:

1. Berayal
2. Open The Gates
3. Wastelands
4. A Gift Beyond Human Reach
5. Faltering Moves
6. Behold The Sun
7. Dawn Of Redemption
8. Ministers
9. Extol
10. Unveiling The Obscure

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