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Dreadlink - Zero One

dreadlink-zero-oneLabel: Massacre Records

Spielzeit: 43:52 Min

Genre: Modern Thrash Metal

Info: Facebook

CD kaufen: Amazon

VÖ-Datum: 27. Juli 2012

Aus dem Hause Massacre Records wird mir diesmal erneut eine „Newcomer"-Band geboten, welche beschlossen hat, den modernen Thrash-Weg zu gehen und uns die Rübe wegzuhauen.

Aber ganz so einfach ist es natürlich nicht. Einmal ist es nicht ganz so einfach zu sagen, ob die Band - wie kolportiert - (Ferkel!- Sven) aus erfahrenen Musikern besteht; die Stichprobe lieferte in der Hinsicht kein Ergebnis, außer dass die Verortung in Kiel so in Ordnung geht. Einen Beweis dafür, dass die Band aus erfahrenen Musikern besteht, kann so erst mal nicht erbracht werden.

Des Weiteren stünde hinter Dreadlink eine Philosophie, die, ja, wie äußert sie sich? Hoffentlich in guter Musik, möchte man meinen. Wenn dann auch noch der Song über allem steht und technische Raffinessen erst dahinter kommen, so will ich doch hoffen, dass sich dies im Gehörten bemerkbar macht.

Wie man vielleicht gemerkt hat: Der Promo-Zettel kam diesmal extrem schwurbelig und dick aufgetragen daher (ein kurzer Überblick auf der Facebook-Seite macht es nicht notwendigerweise besser); ob die Band bzw. der Promo-Schreiber damit über das Ziel hinaus schießen, wird sich noch erweisen müssen, aber nur so viel: Modern Thrash zu spielen, ist herausfordernd und kann - bei kleinen Fehlern - schon zu fatalen Abstürzen führen.

Aber lassen wir erst mal die Musik für sich sprechen, denn darum soll es gehen; „Soulburn Industries" macht den Anfang und führt uns erst mal mit diffusen Fußschritten und einem Herzmonitor in den ersten Track ein; das Riffing entspricht schon mal dem gewünschten Genre, werden meiner Meinung nach aber nicht zwingend genug an den Hörer gebracht; dem Sänger fehlt es in manchen Momenten noch an den Kraft; überraschend hingegen der kurze Ausflug in die Death/Black-Ecke zur Mitte hin. Alles in allem technisch ordentlich, aber nicht sonderlich aufregend, da trotz Überraschungseffekt etwas zu eintönig. „Fist vs. Face" erweist sich am Anfang Gitarrentechnisch als Referenz an Pantera, ohne freilich die gleiche Klasse zu erreichen. Zugegeben, zusammen spielen können die Jungs, ich fürchte nur, dass die Angelegenheit, wie die Qualität des Dargebotenen so bleibt, recht mühselig wird. Mann, hoffentlich kommen sie noch aus dem Quark!

„New Era" gibt sich dann endlich etwas dynamischer, fixer, überraschender, mit mehr Wendungen ausgestattet. Allein in der ersten Minute habe ich mehr Riffvariationen (!!) ausgemacht als in den beiden Tracks zuvor. Auch Qualitativ liegt der Song ein paar Ebenen darüber. So lässt sich der Track am besten als Bastard aus Amon Amarth (bisweilen in der Gitarrenarbeit zu hören), Melodic Death (Wechsel zwischen Strophen/Refrain), gutem Thrash (Drumming) und ein paar anderen Spurenelementen beschreiben; ganz nebenbei wird auch ein ordentliches Solo ausgepackt. Hier stimmt vieles, was vorher nicht stimmte. Guter Track, wenn auch nicht überragend. Den lustig betitelten Song „Haterpillar" muss mit Humor nehmen, denn sonst wird der textliche Inhalt leicht eine Gelegenheit zum Fremdschämen. Musikalisch gesehen haben wir es hier mit einem Track zu tun, der in die groovige Richtung geht und dabei sowohl Anleihen bei Pantera und in manchen Momenten auch Disturbed (!) macht - speziell in den Spoken-Word-Abschnitten und manch einer Riff-Struktur; ansonsten kommt auch hier die Abwechslung nicht zu kurz (erfreulicherweise). Gerade dieses leicht vertrackte steht der Band ausgezeichnet, und ich hoffe auf mehr aus dieser Richtung.

Mit „Reinforced Concrete" wird erst mal ein ordentlicher Zahn zugelegt, und mein Kopf kommt zum ersten Mal in leichte Bewegung. Das Drumming ist mit Sicherheit das Highlight des Tracks und wurde entsprechend in den Vordergrund gebracht. Dieser Song ist definitiv jedem Schlagzeug-Fetischisten ans Herz gelegt. Das Riffing hält aber in Sachen Variation ordentlich mit; lediglich der Break in der Mitte irritiert etwas, da hier nicht viel zu einem echten Breakdown (!) gefehlt hätte, aber Schwamm drüber. Ordentlich! „Revolt" gibt sich mit leichten Tribaleinflüssen - sowohl im Riffing als auch im Drumming (Soulfly beim komponieren gehört?) - als Kampfansage der Menschheit gegen die verderbte Gesellschaft. Mich würde es ehrlich gesagt nicht wundern, wenn dieser Song in Zukunft bei mancher Kundgebung der linken Szene aufgespielt wird, textlich gesehen kommt es bereits hin. Instrumental gibt es nicht so viel zu berichten, was in diesem Fall aber nicht mal eine Schwäche ist, da sich das Riffing in diesem Fall genügt. In der Mitte kommt ein Bridgepart, der sich gewaschen hat: der Ton wird verzerrt, Streicher übernehmen das Arrangement, werden wieder klanglich freigeschaufelt, und leiten in einen vergleichsweise bösen Breakdown über, der auch gleichzeitig den Ende des Songs markiert.

„Wall" erinnert mich zum ersten Mal dann vollständig an Thrash Metal, allerdings mit einer gefährlichen Tendenz in Richtung Metalcore - was sich dann spontan in einem Bridgepart bewahrheitet. Ich komme hier nicht ganz mit, warum an dieser Stelle diese Anbiederung an eine Szene sein muss, die eigentlich praktisch gar nicht dem Klientel entspricht. Schade und irgendwie auch Platzverschwendung. „Seven" platziert sich im Anschluss wieder im Mid-Tempo, fühlt sich da wohl und bietet dem Hörer erst mal ein Wohlfühlriff an, um dann plötzlich mit einem verzirkelten Drum-Muster um die Ecke zu kommen, dass mich erneut an manch Metalcore-Band erinnert; im Gegensatz zum vorherigen Track wird aber die Grenze zu diesem Genre hin nicht überschritten, und nebenbei wird uns noch ein gelungens Solo präsentiert. Der kurze Break vor dem Ende läutet ein finales Drumminggewitter ein.

„Red Soil" kracht dann so richtig ins Mett und brutalisiert sich in den Grenzbereich zwischen Melodic Death und Deathcore hinein; dass böllert richtig schön böse, aber leider auch definitiv getriggert. Mir fehlt ein bisschen das Verständnis, warum das plötzlich sein muss, aber naja. Die Riffs sind ordentlich, die Nähe zu Core-Gedöns wird mit einem schleichenden Breakdown unterstrichen. Die Aussage des musikalischen Mixes? Keine Ahnung. Der finale Track „Godforsaken" lässt mit melancholischem Riffing aufhorchen. Man glaubt, eine Ballade vor sich zu haben, groovt sich ein - und dann wird die gesamte (!!) Stimmung mit dem brutalen Chorus vollkommen vernichtet. Zwar ergibt sich daraus eine interessante Dynamik zwischen Leise/Langsam und Laut/Schnell, allerdings ist dadurch nicht viel gewonnen. Das akustisch gespielte Ende rettet leider auch nichts mehr. Schade!

Ich weiß jetzt nicht, wer von euch Lesern mit dem Konzept der „self-fulfilling prophecy" vertraut ist; jedenfalls liegt hier ein entsprechender Fall vor, und zwar im umgekehrten Sinne. Bereits der Promo-Zettel las sich wie ein „Schönreden" der Musik, anders kann ich mir kaum erklären, dass einmal quasi gar nicht auf die Ausrichtung wirklich konkret eingegangen wurde und warum zum Anderen dieses Geschwurbel mit „Philosophie" und „Song steht über Technik" sein musste. Die Antwort habe ich jetzt: Dem Album fehlt es schlicht und ergreifend an durchgängig hohe Qualität und an vielen Ecken an kompositorischer Raffinesse.

Es ist nämlich wirklich bezeichnend, dass auf vielleicht drei oder vier Songs die gegebene Genre-Bezeichnung halbwegs zutrifft und das zweitens genau diese vier Songs diejenigen sind, die tatsächlich eine gewisse Klasse haben; ich rede hier von den Songs von „New Era" bis „Revolt". Ebenfalls unglücklich war die Entscheidung, die zwei größten Langweiler als Eröffnungsdoppel zu nehmen; und weiterhin bleibt für mich nicht nachvollziehbar, warum man ab „Wall" plötzlich die Nähe zum -core-Subgenre sucht, wenn doch Modern Thrash angekündigt war.

Die Antwort ist für mich allerdings klar: Man hat sich noch nicht auf eine Richtung geeinigt - und nein, in diesem Fall lässt es sich nicht mit Crossover und Innovation schönreden. Da wurde schön von allen vermeintlich angesagten Richtungen was genommen und verwurstet; nur in den Momenten, wo die Band ohne Breakdowns und Metalcore/Deathcore-Anbiederung auskommt und gleichzeitig die Musiker ihre technische Bandbreite ausleben, wird es gut. Und genau da sollten die Mannen meiner Meinung nach ansetzen, um in Zukunft ihre Nische zu finden und - vielleicht - dann ein gutes Album rauszubringen.

Fazit:

Mit „Zero One" haben Dreadlink nicht gerade einen Volltreffer gelandet, denn sie bringen sich mit ihrer kompositorischen Unentschlossenheit und ihre unnötigen Anbiederung an vermeintliche Trendmusik leider völlig um das großartige, homogene und dabei anspruchsvolle Werk, dass es hätte werden können. Schade, aber nicht zu ändern. Mit der Hoffnung auf ein besseres Nachfolgewerk bis hierhin ein müdes

m

Michael Denkers

Tracklist:

Soulburn Industries
Fist Vs. Face
New Era
Haterpillar
Reinforced Concrete
Revolt
Wall
Seven
Red Soil
Godforsaken

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