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VEX - Golden Times

VEX  xxlGolden TimesLabel: Boersma Records

Spielzeit: 45:32 min.

Genre: Groovecore

Info: Facebook

Hörprobe: Youtube

Album kaufen: Shop

VÖ-Datum: 01. Februar 2019

So, bevor ich die eigentliche Review zum Labeldebüt (auf den mir bisher völlig unbekannten Boersma Records) der vier Kollegen aus dem Kinzigtal starte, muss ich etwas richtig stellen: VEX steht NICHT für "Virgin Sex". Es tut mir wirklich sehr, sehr leid, dass ich das in meiner Rezension zur vorherigen Veröffentlichung 'Got My Friends, Beer And A Party' behauptet habe und gelobe Besserung.

Ich freue mich stets wie ein kleiner Racker, der unverhofft Süßigkeiten einheimsen konnte, wenn eine vielversprechende mir auch persönlich bekannte Kapelle den nächsten Schritt wagt und ihr Debütalbum veröffentlichen kann. Neulich ja geschehen bei den Osnabrückern von Panzer Squad. Dabei sind die vier Jungs von VEX, die mittlerweile etwas mehr als eine Dekade existieren, wahrlich keine Unbekannten mehr im Untergrund und veröffentlichten beispielsweise neben dem erwähnten 'Got My Friends...' von 2015 ein paar Jahre zuvor ihr erstes Lebenszeichen, 'Tears Of Suffering And Bleeding Hate' betitelt, welches deutlich wütender und pessimistischer ausfiel als die beiden nachfolgenden Releases; zudem ist das Quartett live äußerst aktiv.

Die Wut der ersten Tage ist vermutlich größtenteils verklungen; das gleiche trifft auf den Pessimismus zu. Dafür gibt es nach wie vor unbändige Spielfreude und eine ganze Wagenladung positive Energie auf die Lauscher, auch wenn glücklicherweise eine gewisse Sperrigkeit und Heavyness nach wie vor erhalten blieben. Das Quartett frönt auf 'Golden Times' nach wie vor dem Groovecore und bleibt somit stets auf dem ursprünglich eingeschlagenen Weg, auch wenn die Band sich deutlich abwechslungsreicher in Szene setzt, was sich nicht nur auf den vielschichtigen Gesang auswirkt. So finden sich immer wieder Elemente aus dem Oldschool Hardcore (insbesondere Gangshouts, mehrstimmige Chöre), dem Posthardcore, dem Thrash-Hardcore-Crossover (á la Mucky Pup, S.O.D. etc.), dem Punkrock...
Nach einem Gänsehaut verbreitenden Intro (inklusive Streichereinlage) gibt der Titeltrack, zu dem die Jungs auch ein feines Video produziert haben, den Marsch der Scheibe an, der mit jedem folgenden Stück weitergetragen wird. Dabei klingt alles nach wie vor sehr eigenständig, auch wenn hier und da eine hetfieldeske Gesangslinie auftaucht ('Grandma's Stories'), man das eine oder andere Solo abgewandelt schon einmal gehört hat oder ein Schlagzeugbeat Erinnerungen an einen anderen Song hervorruft. Aber hey: welche Band erfindet das Rad neu? Daher: alles richtig gemacht.
Bestes Stück ist meines Erachtens nach 'Moments', dass mit einem hochmelodischen Posthardcore-Versatzstück in bester Fugazi-Manier beginnt, dann in einen pfeilschnellen Punkrockteil übergeht, einen melodischen Refrain aufweist und am Ende zentnerschwer groovt, dabei beinahe in Doomgefilden wildert und selbstverständlich alles niederwalzt, was nicht bei drei auf den Bäumen ist..

Mein Fazit: VEX gelingt auf 'Golden Times' das Kunststück, sich aufgeschlossen verwandten Musikstilen zu geben UND sich dennoch treu zu bleiben. Eine sehr reife Leistung einer mittlerweile (im positiven Sinne) erwachsenen Band.

Rippenspieß

XXL WertungXL 1

Tracklisting:

01. Sticks And Stones
02. Golden Times
03. Apes
04. Moments
05. Victims Of Ourselves
06. Kissing The Devil
07. Grandma's Stories
08. Put Up Evidence
09. No Ones Calling Louder Than Home
10. Till I'm A Human Again
11. For All The Ones Who Are With Us

XXL-Tipp

XXL TippxxlSulphurAeon

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