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Aktuelle Seite: StartseiteTonträger-ReviewsLas Casas Viejas - goule/H

Las Casas Viejas - goule/H

Las Casas Viejas  goule HxxlLabel: Alerta Antifascista Records

Spielzeit: 49:54 min.

Genre: Post Rock/Doom

Info: Facebook

Album kaufen: Bandcamp

VÖ-Datum: bereits erschienen

Diese Veröffentlichung zeigt schon von Anfang an, dass man es hier beileibe nicht mit gewohnter, gar leichter Kost zu tun bekommt. Benannt nach einem spanischen Ort, an dem 1933 ein Aufstand anarchistischer Arbeiter blutig niedergeschlagen wurde, versehen mit einem ausdrucksstarken Cover - und dann noch der Albumtitel, dessen Bedeutung sich mir immer noch nicht offenbart hat, das kann ja gar keine Tralala-Mucke ergeben. Und so ist es auch. Schon der erste Track "Moribundus" beginnt mit einem fast sechs Minuten langen Dialog zweier Frauen, der mich ob seiner lyrischen Tiefe an die Frühwerke der grandiosen Band Goethes Erben erinnert. Ganz ehrlich: Hätte das Sextett aus Deutschland und Österreich das ganze Album in diesem Stil gehalten, es hätte die Höchstnote gegeben. Aber das wäre für die Künstler definitiv viel zu einfach gewesen. So begeben wir uns mit jedem Song in eine neue klangliche Dimension, wobei man Stile wie Post Rock und Doom sicherlich als am stärksten vertreten sehen kann. Darüber hinaus finden wir Geräusche des täglichen Lebens (das Ende von "Kein Ort 1" besteht zum Beispiel aus einer akustischen Straßenszene mit Presslufthammer, Vogelgezwitscher und Fahrzeuglärm im Hintergrund!),die sich mit Elementen des Post Black Metals, teilweise auch jazzigen Passagen Hand in Hand durch die Landschaften bewegen. Einfach, leicht zugänglich? Auf gar keinen Fall! Unglaublich intensiv, facettenreich und absolut einzigartig? Volle Lotte! Um das Ganze ein wenig in Schubladen zu pressen, könnte man es vielleicht als eine Mischung aus diversen Blackgaze-Bands und Bethlehem bezeichnen, auch wenn dies den wahren Umfang des Las Casas Viejas-Klangkosmos wirklich nur rudimentär beschreibt. Unanfechtbar ist dagegen die intensive Atmosphäre der Verzweiflung und Trostlosigkeit, die aber auch immer wieder von Schönheit und damit einhergehender Hoffnung durchzogen wird. Ein absolut eigenständiges Album, das den Hörer definitiv fordert (vielleicht auch überfordert...), aber ihn im Gegenzug auch belohnt - auf welche Weise muss jeder für sich selbst herausfinden. Es lohnt sich aber auf jeden Fall!

Christian Hemmer

XXL WertungXL 1

Tracklist:

1. MORIBUNDUS
2. KEIN ORT 1: NICHT DIE STADT UND LETHARGIE
3. KEIN ORT 2: NICHT KEINE STADT UND LETHARGIE
4. KLAUSTROPHOBIE
5. ERINNERUNG

XXL-Tipp

XXL TippxxlSulphurAeon

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