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Spectral Lore: Gnosis

SPECTRAL LORE GnosisLabel: I, Voidhanger

Spielzeit: 49:30 Min.

Genre: Orient-Metal - de facto instrumental

Info: Facebook

Album kaufen: Bandcamp

Hörprobe: Bandcamp

VÖ-Datum: bereits erschienen

 

Womöglich war meine Erwartungshaltung im Hinblick auf dieses neue Spectral Lore-Werk generell die falsche: ich hatte nach dem faszinierenden „III“ von 2014 die letzte EP „Voyager“ bewusst gemieden, da es sich dabei um ein ausschließlich instrumentales Lebenszeichen gehandelt hat. „Gnosis“ nun, die zweite EP (allerdings mit einer Laufzeit von 50 Minuten!) innerhalb des noch laufenden Kalenderjahres, enthält Lyrics – und gar nicht mal wenige – so dass ich von vollwertigem neuen Material ausgegangen bin. Doch was für eine Enttäuschung: nie zuvor in meinem Leben hatte ich so stark das Gefühl, dass mit all meinen Abspielgeräten etwas nicht stimmt oder aber die Vorab-mp3s beschädigt bei mir angekommen sind. Wo ist die Stimme, wo sind die Texte? Ein wenig Nachforschung im Internet brachte die Lösung: meine Ohren funktionieren noch, meine Geräte ebenfalls, die mp3s waren auch nicht beschädigt. Stattdessen werden die Texte verborgen im Hintergrund geflüstert, geraunt und gefaucht, kaum wahrnehmbar, es hört sich in der Tat wie eine dilettantisch verpfuschte Produktion an (wohlgemerkt: nur auf die Stimme bezogen).

Man kann „Gnosis“ streng genommen mithin nur als weiteres Instrumentalwerk einordnen. Und die darauf gebotenen Stücke sind nett, man kann sie hervorragend als Hintergrundbeschallung laufen lassen und mag dabei phasenweise an das (sehr gute) aktuelle Macabre Omen-Album oder auch an Bands wie Orphaned Land denken. Doch mehr als „nett“ ist das Dargebotene nun offen gestanden in keinster Weise.

Die EP ist langsam und majestätisch, könnte gar als Metal-Score eines neuen „Conan“-Films durchgewunken werden – denn bei der dargebotenen Musik denkt man automatisch an Wüstensand, Muskeln, Schwerter und Magie. Leider jedoch macht sie all das nicht zwangsläufig relevant oder unbedingt empfehlenswert, denn allem Wohlklang und musikalischen Handwerk zum Trotz mäandern die Klänge trotz erfreulich nachvollziehbaren Songstrukturen zu unspektakulär vor sich hin.

„Gnosis“ bietet orientalisch anmutende Wüstenklänge, welche gefallen, ohne auch nur eine Sekunde lang wirklich zu begeistern. Als Hintergrundmusik funktioniert dies perfekt, ansonsten aber ist diese Musik nicht zwingend genug. Wer regelmäßig Film-Scores verköstigt, der sollte dieser EP dennoch mindestens ein Ohr leihen.

Daniel Lofgren

XXL WertungS

Tracklist:

1. Dualism 08:53
2. Gnosis' Journey Through the Ages 09:15
3. Averroes' Search 07:53
4. A God Made of Flesh and Consciousness 14:06
5. For Aleppo 09:23

XXL-Tipp

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