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Queensryche: Condition Hüman

Queensryche  Condition HumanLabel: Century Media Records

Spielzeit: 51:21 Min.

Genre: Progressive US-Metal

Info: Facebook

Album kaufen: sm-metal-shop

Hörprobe: Youtube

VÖ-Datum: bereits erschienen

 

„Welcome to a generation“, singt Todd La Torre im das neue Album beendenden Titelsong, ich aber sage: willkommen in der zweiten Evolutionsstufe einer neuen Ära der Queensryche-Alben, welche 2013 mit „Queensryche“ ihren Anfang genommen hat.

Die formellen Kritikpunkte zuerst: das Cover ist suboptimal und lässt mich an optische Scheußlichkeiten wie die zweite Dream Theater denken. Ich bin ja für vieles offen – aber Ballettmädchen im Schleifenrock sind wirklich zum Abgewöhnen. Beim nächsten Mal gibt es hoffentlich kein Anne Geddes-Cover... Noch schwerer aber wiegt der folgende Punkt: die Produktion ist zu kalt und abweisend ausgefallen. Dies mag in Kombination mit den Lyrics stimmig erscheinen, hätte aber mitnichten so umgesetzt werden müssen und wäre mit wärmeren Klangfarben ausgestattet deutlich besser gewesen – aber geschenkt. Denn vom Songwriting her muss man „Condition Hüman“ mit leichten Abstrichen tatsächlich als „return to form“ bezeichnen – wenn man die klassischen Queensryche-Alben der Achtziger sowie frühen Neunziger Jahre vergöttert. Keiner der genannten Kritikpunkte führt also zu Punktabzug, unter den Tisch fallen sollten sie dennoch nicht.

Ich beschäftige mich nun schon seit einigen Wochen mit diesem Album, doch die komplett überragenden Lobeshymnen vermag ich bei aller – klar vorhandenen! – Freude nicht auszustoßen. Ich liebe die Queensryche-Klassiker, sie sind für mich (mit) die Krone der Schöpfung im Metal. „Condition Hüman“ ist diesbezüglich stilistisch wieder auf Spur (mehr noch als der Vorgänger), doch leider: die alte Magie, sie fehlt. Jeder Song ist mindestens gut, doch es gibt Einschränkungen: hier wirkt etwas zu plakativ, dort zu schmalzig, dann wieder zu reduziert oder aber zu dick aufgetragen. Und was nun wie eine Schmährede erscheinen mag, ist mitnichten eine: denn ich höre „Condition Hüman“ oft und gerne. Aber eben nicht mit maximalem Genuss.

Die Ballade „Bulletproof“ etwa: eigentlich hervorragend und bewegend, dennoch einen Tick zu aufgeblasen und „overacted“. Ich liebe sie trotzdem – aber ich kann mich selten komplett hinein fallen lassen, da sie insgesamt zu aufdringlich umgesetzt wurde. Und das ist schade. An diesem Song merkt man die Übersteigerung des alten Queensryche-Geistes ganz offensichtlich: „Condition Hüman“ verhält sich im Vergleich zu den Klassikern wie ein etwas angefetteter, aufgeplusterter Gockel, der es allen noch einmal zeigen will – gegenüber einer entschlackten, unaufgeregten Konkurrenz dann jedoch den kürzeren zieht. „Condition Hüman“ klingt teilweise zu gewollt, mit Unmengen an Patina soll der alte Geist wiedererweckt werden – die Band balanciert auf einem äußerst schmalen Grad, das Album hätte fürchterlich schief laufen können, funktioniert zum Glück aber noch.

Wirklich an die Frühwerke anknüpfen kann allerdings nur das große Finale „The Aftermath“/„Condition Hüman“, welches ganz in der Tradition des „Operation: Mindcrime“-Schlußkapitels „My Empty Room“/„Eyes Of A Stranger“ steht – wie der überlange, letzte Song hier durch ein atmosphärisch-kurzes Interludium eingeleitet wird, um sich anschließend Fäden spinnend sowie alle Sinne benebelnd aufzutürmen, ist epische Progressivität im wahren Sinne. „Condition Hüman“ – der Titelsong – klingt, das muss natürlich noch gesagt werden, ausdrücklich nicht wie „Eyes Of A Stranger“ – aber Erinnerungen an „Suite Sister Mary“ sind ausmachbar; spätestens, wenn gen Ende hin sakrale Farbtupfer ihren Einzug halten.

Die Progressivität bei Queensryche ist wie immer erst in der Langzeitwirkung deutlich erkennbar, da sie dem Hörer nicht durch unnötig zerfleddertes, verzichtbar dahindudelndes Songwriting mit dem Frickelhammer vor Augen – pardon: Ohren! – geführt wird. Die Songs wirken vermeintlich eingängig, entfalten sich dann aber nur langsam und Schicht für Schicht. Das war bereits bei klassischen Alben wie „The Warning“ und selbst „Empire“ so – meiner Überzeugung nach der Grund dafür, dass manche Metal-Fans, die an und für sich prädestiniert für diesen Sound sind, nur mit den Schultern zucken und abwinken – hier hilft nur wiederholtes Hören.

Wie gesagt, „Condition Hüman“ reicht leider nicht an die großen Klassiker heran. Alles, was Queensryche in ihren ersten zehn Veröffentlichungsjahren (elf, wenn man die Debüt-EP mitrechnet) auf den Markt gebracht haben, ist als Gesamtkunstwerk betrachtet deutlich höherwertiger. Nichtsdestotrotz ist auch dieses Album der Tradition des Legendenherbstes 2015 verpflichtet – denn ganz wie bei Iron Maiden, Slayer und W.A.S.P. ist auch dies eindeutig das stärkste Bandmaterial seit Ewigkeiten (obwohl die genannten Bands aktuell mehr glänzen). Der selbstbetitelte Vorgänger wird übertroffen – manch einzelner Song mag 2013 besser gewesen sein, „Condition Hüman“ allerdings funktioniert als vollwertiges Album etwas besser und hat insgesamt betrachtet mehr memorable Momente.

Ich vermisse Geoff Tate trotz allem – eine exaltierte, unberechenbare Diva ist fürwahr nicht das schlechteste im Musikgeschäft – aber seien wir ehrlich: mit ihm hätte die Band wohl kaum auf den Pfad der alten Tugenden zurückgefunden. Für das nächste Mal wünsche ich mir allerdings endlich ein Werk, welches es wirklich mit den Klassikern aufzunehmen vermag. „Condition Hüman“ ist gut. Nicht mehr, leider – aber auch keinen Deut weniger.

P.S.: Ich wiederhole noch einmal: für mich geht fast nichts über die ersten elf VÖ-Jahre von Queensryche. Gerade läuft „Take Hold Of The Flame“ (von „The Warning“, 1984) - und rückt alles ins rechte Licht zurück. DAS ist überragende Qualität in beängstigender Perfektion. Wenige andere Bands haben dergleichen erschaffen. Wer die ersten Alben von Queensryche nach wie vor nicht hat: KAUFEN!!! Wer sie nach wie vor nicht verstanden hat: erneut HÖREN!!! JETZT!!!

Daniel Lofgren

XXL WertungL

Tracklist:

1. Arrow of Time 03:59
2. Guardian 04:19
3. Hellfire 05:05
4. Toxic Remedy 04:09
5. Selfish Lives 04:57
6. Eye9 03:20
7. Bulletproof 04:00
8. Hourglass 05:09
9. Just Us 05:58
10. All There Was 03:44
11. The Aftermath 00:56
12. Condition Hüman 07:45

XXL-Tipp

XXL TippxxlSulphurAeon

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