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Slayer: Repentless

Slayer  RepentlessLabel: Nuclear Blast Records

Spielzeit: 41:58 Min.

Genre: Thrash Metal

Info: Facebook

Album kaufen: sm-metal-shop

Hörprobe: Youtube

VÖ-Datum: bereits erschienen

 

Ich hatte mir von diesem Album gar nichts erwartet. Nach dem Tod von Jeff Hanneman sowie dem erneuten Abgang von Dave Lombardo, unter der Federführung eines der größten Unsympathen im Metal überhaupt, Kerry King – was sollte da großes kommen? Gutes über die Vorabsongs war ebenfalls kaum zu lesen. Die logische Konsequenz: als einziges der aktuellen Alte-Helden-Alben hatte ich mir „Repentless“ nicht vorbestellt. Eine Woche nach Veröffentlichung bin ich dann doch eingeknickt – und seitdem läuft „Repentless“ immer und immer wieder.

Dabei war die Benotung, welche ganz unten zu lesen sein wird, in den ersten Tagen und Wochen noch lange nicht selbstverständlich. Der Titelsong stürmt zwar sofort als neuer Slayer-Klassiker ins Ziel, doch beim überwiegenden Rest war mir lange Zeit nicht klar, ob es sich lediglich um angenehmes Fast Food oder gar Thrash-Monumente der Jetztzeit handeln könnte. Zudem war ein qualitatives Gefälle zwischen Songs wie „Repentless“ sowie eher unscheinbarem wie „Pride In Prejudice“ nicht von der Hand zu weisen.

Dennoch war ich umgehend fasziniert, erinnert „Repentless“ doch überwiegend an meinen ewigen All-Time-Fave der Band, „South Of Heaven“. Sehr, sehr vieles spielt sich im (für Slayer-Verhältnisse) Midtempo-Bereich ab, die Raserei des Titelsongs wird im übrigen Verlauf des Albums kaum wiederholt. Besonders das Jeff Hanneman-Überbleibsel „Piano Wire“ sowie das maximal bedrohliche Unheil „When The Stillness Comes“ sind überragende Kost und fürwahr jedes Lob wert. Letzterer mag der langsamste Song der Platte sein, ist aber (abgesehen von der plakativen Abartigkeit der Lyrics zu „Atrocity Vendour“) der bösartigste Brocken auf „Repentless“, ein unglaublich stimmungsvoller Psycho-Schocker. Tom Araya holt hier alles aus seiner Stimme heraus, spielt mit den Stimmungen, mutiert fürwahr zum furchteinflößenden Psychopathen („The last thing you'll see are my eyes“).

Auf der Haben-Seite bislang also: drei überragende Höhepunkte, wie sie im Thrash Metal (fast) nur von Slayer geschrieben werden können. Und das ist zum Glück noch lange nicht alles! „Chasing Death“ und „You Against You“ sind wahre Perlen, welche langsam und fast unscheinbar beginnen, nach hinten hinaus aber immer furioser und kompromissloser werden, „Take Contol“ ist ein Midtempo-Wunder, dessen Refrain man bei jedem Durchlauf der Platte mitzuwüten gewillt ist.

Und alles restliche auf „Relentless“ vorzufindende – es überzeugt im Gesamtkontext allemal. Mehr noch: es handelt sich ausnahmslos um überzeugende Songs. Tatsächlich hätte man „Cast The First Stone“ und „Pride In Prejudice“ wohl streichen können, wirkliche Kritik ist das allerdings nicht – denn sie sind dennoch richtig gut. Die unheilvolle Tiefe wie auch die diabolische Langzeitwirkung des restlichen Albums kann ich ihnen dennoch nicht attestieren, und „Pride In Prejudice“ ist am Ende des Albums sogar falsch platziert – das vorangehende „You Against You“ wäre der perfekte Schlusspunkt des Albums gewesen.

Aber was soll ich sagen? Mir gefällt „Repentless“ besser als alles nach „South Of Heaven“ - ja, auch besser als „Seasons In The Abyss“ (Junge, nimm die Petersilie aus den Ohren! – Sven ). Zwar kann kein einziger Song auf „Repentless“ es mit den darauf enthaltenen All-Time-Classics „War Ensemble“, „Dead Skin Mask“ sowie dem Titelsong aufnehmen, trotzdem war die dortige Füllsel-Quote mit Songs wie „Hallowed Point“, „Temptation“ und „Blood Red“ deutlich höher. „Seasons In The Abyss“ mag insgesamt das tödlichere und gefährlichere Geschoss sein, doch dafür hat „Repentless“ mehr bedrohliche Stimmungen und größeren Tiefgang. Davon abgesehen: „Repentless“ kann mit keinem der ersten vier Alben mithalten, ist aber trotzdem komplett überzeugend und großartig geworden.

Die Überraschung des Jahres? Vielleicht. Auf jeden Fall aber ein in der Tat sehr gutes Album, welches jeder Metal-Fan wenigstens kurzfristig dem Herz- und Nieren-Test der eigenen Heavy Rotation unterzogen haben sollte.

Daniel Lofgren

XXL WertungXL 1

Tracklist:

1. Delusions Of Saviour
2. Repentless
3. Take Control
4. Vices
5. Cast The First Stone
6. When The Stillness Comes
7. Chasing Death
8. Implode
9. Piano Wire
10. Atrocity Vendor
11. You Against You
12. Pride In Prejudice

XXL-Tipp

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