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Horrendous: Anareta

horrendous anareta2Label: Dark Descent Records

Spielzeit: 44:16 Min.

Genre: progressiver Death Metal

Info: Facebook

Album kaufen: Bandcamp

Hörprobe: Youtube

VÖ-Datum: 30. Oktober 2015

 

Ich vergleiche am liebsten mit den alten Klassikern, denn die waren einfach am besten; und so soll es auch hier sein. Anstatt eines Verweises auf Morbus Chron empfinde ich den Rückgriff auf Death, Pestilence, Voivod und At The Gates bei diesem Album als angebrachter. Die jeweiligen Entwicklungsstufen, auf welche ich mich dabei vorrangig beziehe, sind “Individual Thought Patterns“, „Spheres“, „Nothingface“ und „The Red In The Sky Is Ours“.

Gerade der Bezug zu „Nothingface“ ist eminent: „Anareta“ ist wenig eingängig (ich klammere „The Unknown Knows“, „Into My Hypercube“ und „Astronomy Domine“ hier bewusst aus) sowie hermetisch schroff. Es ist gerade zu Beginn in erster Linie komplett abweisend und sperrig. Man steht vor einem akustischen Gebilde, welches weder Form noch Struktur, geschweige denn irgendeine Art der inneren Logik aufzuweisen scheint. Doch – zumindest mir ist es so ergangen – da ist irgendeine unergründliche Faszination am Werke. Bei aller vermeintlichen Kakophonie bin ich gleich der Motte zum Licht immer und immer wieder zu „Anareta“ zurückgekehrt – und siehe da: hier sind unfassbar großartige Momente versteckt. Besonders herausragend der Song „Solaris“, welcher gleich einem Feuerwerk, mit den allerbuntesten und großartigsten Farben feuernd und explodierend, jede noch so dunkle Nacht zu erhellen vermag.

„Stillborn Gods“ verpuppt sich gen Ende hin schier atemberaubend, „The Solipsist (Mirrors Gaze)“ startet mit einem sanft-versponnenen Melodielauf, das tolle Instrumental „Siderea“ punktet mit regelrecht jazzigen Bassläufen, „Ozymandias“ ist eine schrill und hysterisch wirbelnde Orgie, bei welcher die Nähe zu frühen At The Gates zum Tragen kommt (man beachte in diesem Kontext auch „Sum Of All Failures“, wo allerdings mehr die Spätphase der eben genannten Göteborger durchschlägt). Ebenso wie der Sci-Fi-Bezug – mir liegen leider noch keine Lyrics vor, so dass ich nicht zu sagen vermag, ob hier Ozymandias aus „Die dreibeinigen Herrscher“ gemeint ist – in meinem Kopf aber ist die Verknüpfung bereits hergestellt. Ein weiterer interkultureller Anknüpfungspunkt ist die Nähe des faszinierenden Albumcovers zum Super-NES-Klassiker „The Battle Of Evermore“ - wer das Spiel kennt, der mag ebenfalls an den riesigen Käfer-Endgegner in der ersten Wüste gedacht haben.

„Anareta“ ist kein Ohrwurm-kompatibles Werk. Ich bezweifle, dass ich jemals alle Details in mein inneres Ohr bekommen werde. Und selbst nach mittlerweile wochenlanger Rotation erscheint mir manches noch schroff. Eigentlich absolute Totschlagargumente – doch es gibt sie, diese besonderen Ausnahmen. „Nothingface“ ist da seit jeher meine erste Wahl, ist es doch trotz der drei oben genannten Songs der sperrigste aller alten Voivod-Klassiker geblieben; „Anareta“ gehört nun auch zu dieser kleinen, aber feinen Liste von Werken, welche ihr Übermaß an Schroffheit durch eine übermächtige Faszination locker wieder wett machen.

Daniel Lofgren

XXL WertungL

Tracklist:

1. The Nihilist
2. Ozymandias
3. Siderea
4. Polaris
5. Acolytes
6. Sum of All Failures
7. Stillborn Gods
8. The Solipsist (Mirrors Gaze)

XXL-Tipp

XXL TippxxlSulphurAeon

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