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My Dying Bride: Feel The Misery

my dying bride Feel the MiseryxxlLabel: Peaceville Records

Spielzeit: 62:51 Min.

Genre: Death Doom

Info: Facebook

Album kaufen: Amazon

Hörprobe: Viemo

VÖ-Datum: bereits erschienen

 

Für mich das wahrscheinlich meisterwartete Album des Jahres im Metal. My Dying Bride haben so viel Gefühl in diese Musik hineingetragen wie kaum eine andere Band, sowohl musikalisch als auch lyrisch – ohne dabei jemals kitschig geworden zu sein. Alleine für die Lyrics des Titelsongs von „The Light At The End Of The World“ gebührt Aaron Stainthorpe bis heute ohne Wenn und Aber jeglicher Preis, welchen die Musikwelt zu bieten hat.

Die ganz großen Meisterwerke, die übergroßen Fußstapfen schlechthin hat diese Band gleich zu Beginn ihrer Karriere gesetzt: „As The Flower Withers“ (1992), „Turn Loose The Swans“ (1993) und „The Angel And The Dark River“ (1995) – sie zaubern mir sogar beim schnöden Tippen ihrer Namen bis heute die maximale Gänsehaut auf den Rücken. Wenn es um diese Kunstwerke geht, kann (und will) ich in keinster Weise objektiv bleiben.

Viel Zeit ist seit damals vergangen, „The Angel And The Dark River“ ist in diesem Jahr 20 Jahre alt geworden. My Dying Bride wurden im Verlauf der Neunziger – ebenso wie die anderen Granden des Death Doom (Paradise Lost, Amorphis, Anathema, Tiamat und Cathedral) – deutlich experimenteller, was zu Unrecht eine spürbare Abmahnung großer Teile der Hörerschaft für „34,788 %... Complete“ (1998) nach sich zog und in eine Rückbesinnung zum ursprünglichen Stil namens „The Light At The End Of The Earth“ (1999) mündete, welche aber dennoch durchaus „anders“ klang und qualitativ nicht uneingeschränkt daran anknüpfen konnte (dennoch aber sehr gut war).

Wie erwartet kehren My Dying Bride musikalisch auch mit „Feel The Misery“ nicht wirklich zu ihren übermächtigen Frühwerken zurück. Im Grunde sind es wahrscheinlich nur Nuancen, dem Uneingeweihten nicht wahrnehmbar – doch wer diese Band seit Anbeginn liebt und vergöttert, dem ist der zwischen 1998 und 1999 erfolgte Einschnitt bewusst. Und so gibt es auch auf diesem neuen Album bewährt dem Pfad der zweiten Bandphase ab „The Light At The End Of The World“ folgende Melodien – lediglich das komplett ruhige „I Almost Loved You“ hätte in seiner Gesamtheit problemlos auf „Turn Loose The Swans“ oder „The Angel And The Dark River“ gepasst – ergänzend zu „Sear Me MCMXCIII“, „Black God“ oder „Two Winters Only“. Dieser Song war auch der erste, welcher mir wirklich die Schuhe ausgezogen hat – beim insgesamt vierten Durchlauf, als mich eine ungeheure Gänsehaut gepackt hat, welche seitdem immer und immer wiederkehrt.

Und es handelt sich mitnichten um die einzige Großtat hier. Lange Zeit war ich etwas unschlüssig, gerade die erste Hälfte des Albums braucht ihre Zeit, „To Shiver In Empty Halls“ und „A Cold New Curse“ lüften ihren Schleier samt der darunter verborgenen, reinen Magie erst nach und nach. Doch jede aufgewendete Minute lohnt sich – wie eigentlich immer bei dieser Band – und gerade diese beiden Songs haben mich schließlich ganz gehörig gepackt. „Saint Petersburg / Revealed to me / Its Winter Palace by the sea“ im erstgenannten ist für mich eine der prägnantesten Stellen und absoluten Höchstregionen von „Feel The Misery“, und wenn Aaron am Ende dieser fast zehn Minuten immer und immer wieder manisch, bösartig und regelrecht subversiv flüsternd: „For those of you, who exist / I lay for you, three numbers six / Over the hills and under the ground / Sing as you like, there is no sound“ wiederholt, mutet dies wie ein frostklirrendes, eiskaltes Mantra der allumfassenden Boshaftigkeit an.

Auch das ganz große Finale muss dringend hervorgehoben werden: „Within A Sleeping Forest“, nicht weniger als ein Epos, welches ganz klassische My Dying Bride mit Type O' Negative-Doom (am ehesten zu „World Coming Down“-Tagen) verbindet. Man kann nicht oft genug betonen, wie wichtig Aaron Stainthorpe als Texter für den extremen Metal gewesen ist und noch immer ist: „Awful and yet beautiful to my hopeless weary eyes / His face, still now, it rests in cold hands and colder heart / As I sat and shivered comfortless in this lonely barren land / In a sullen wood, some years ago, he played a song I didn’t know / The trees knew me and knew him more / Whispered our names into their lore“. Obwohl der Song komplett anders funktioniert, fühle ich mich hier immer wieder an „As The Flower Withers“ mit dem unfassbaren „The Return Of The Beautiful“ erinnert – und damit an eine der überwältigendsten Liebesgeschichten überhaupt zwischen mir und einem musikalischen Kunstwerk, damals im Sommer 1992. Zeitgleich mit „Forest Of Equilibrium“ hat es mich in eine wahre Schockstarre versetzt, es war der Beginn etwas bis dahin unerhörten. Die Welt war danach nicht mehr dieselbe, sie war bei aller abgründigen Traurigkeit und Verzweiflung schöner und tiefer geworden.

Doch zurück zur Gegenwart: „Feel The Misery“ ist womöglich das beste My Dying Bride-Album überhaupt im neuen Jahrtausend geworden – obwohl ich mich hier nach zwei Wochen noch nicht komplett festlegen kann. Es verfolgt mich jedoch hartnäckig und pausenlos, selbst im Traum spielt es seine furiosen Melodien in meinem Geiste ab, und ist trotz der absolut herausragenden Konkurrenz in diesem September das Album, welches ich in den allerhöchsten Dosen brauche.

Zu guter Letzt noch einige Worte ob der vermeintlichen Depressivität dieser Klänge: ich kann das bei dieser Band schlicht und ergreifend nicht nachvollziehen; und konnte das auch von Beginn an, also seit „As The Flower Withers“, nie. My Dying Bride waren und sind für mich persönlich kein Soundtrack zum innerlichen Sturz von schroffen Klippen (da empfehle ich aktuell eher Ahab oder Tyranny), sondern einfach nur atemberaubend schön: emotional bewegend, dramatisch, romantisch – rundum glücklich machend. Trotz Lyrics vom Schlage eines „Two Winters Only“ (1995) oder „The Light At The End Of The World“ (1999).

Ich muss dieses Review damit beschließen, der Band – welche ich wie kaum eine zweite im Metal liebe – für ihre bis heute nicht enden wollende Schönheit zu danken. My Dying Bride bleiben unerreicht, sie sind die wahrhaftige Blume im Garten der dunklen Musik.

Daniel Lofgren

XXL WertungXXL

Tracklist:

1. And My Father Left Forever
2. To Shiver In Empty Halls
3. A Cold New Curse
4. Feel The Misery
5. A Thorn Of Wisdom
6. I Celebrate Your Skin
7. I Almost Loved You
8. Within A Sleeping Forest

XXL-Tipp

XXL TippxxlSulphurAeon

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