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Alda: Passage

Alda  PassageLabel: Eisenwald

Spielzeit: 52:28 Minuten

Genre: Cascadian Black Metal

Info: Facebook

Album kaufen: Bandcamp

Hörprobe: Bandcamp

VÖ-Datum: 25. September 2015

 

Das Cover ist trotz der vermeintlichen Naivität wunderschön und schafft gleich durch mehrere Komponenten ein wohliges Gefühl: durch seinen kinderbuchartigen Stil versetzt es zurück in eine Zeit großartig bebilderter Bücher, in welchen es um Trolle, Gnome und anderes knorriges Waldvolk ging, gleichzeitig bewirkt es durch seine Farbwahl eine herbstlich-melancholische Grundstimmung, der Blick auf das im Boden verscharrte, den tumorbehafteten Baum speisende Skelett bewirkt zu guter Letzt einen alles perfekt abrundenden, wohligen Gruseleffekt.

Und all dies hört man „Passage“ aus jeder einzelnen Note an, Verpackung und Inhalt gehen hier Hand in Hand. In ihrer Variante des Cascadian Black Metal sind Alda dabei viel näher dem Geist der frühen Ulver, Borknagar, In The Woods... sowie auch Tenhi verpflichtet als sonstige ihrer Kollegen von der anderen Seite des Atlantiks. Das nordamerikanische Element kommt dennoch auch hier zum Tragen, zum Beispiel in „Weathering“, wenn die um ein Sample aus dem Robert Redford-Film „Jeremiah Johnson“ herum aufgebauten Akustikgitarren innere Bilder von Trappern und Holzfällerhütten an Stelle von Druden oder Trollen evozieren; insbesondere aber auch im Instrumental „The Crooked Trail“.

Würde ich nun hier zu Rezensionszwecken ausschließlich mit dem Atmosphäremessgerät zu Werke schreiten, dann ergäbe dies folgendes Fazit: „Passage“ punktet an vielen Stellen, stellt jedoch kein euphorieverursachendes Fabelwerk dar. Nett, gefällig, stimmungsvoll – das sind so in etwa die Adjektive, welche mein Gehirn zur groben Einordnung ausspuckt.

Etwas problematischer wird es aber, wenn man wie ich zu den Hörern zählt, welchen die bloße Atmosphäre sowie das rein jenseitige Element nicht genügen. Die Songs müssen einfach sitzen und passgenau sein, das Album muss sich durch einen stimmigen Fluss auszeichnen. Letztgenanntes kann ich „Passage“ zwar noch zusprechen, die Songs jedoch sind bei allem Wohlwollen noch lange nicht der Weisheit letzter Schluss. Viele Riffs überzeugen nicht hinreichend genug, um ihre teils minutenlange Verwendung zu rechtfertigen, manches Intro erscheint alles andere als zwingend, in jedem Song lässt sich ein gewisser Leerlauf ausmachen. Und die vermittelte Stimmung wirkt bei aller unbestreitbaren Schönheit zu lakonisch, zu distanziert – sicher auch Schuld der nicht wirklich optimalen Produktion. Nichts gegen Low Budget-Produktionen im Genre, wenn es denn passt – hier wäre mehr Aufwand allerdings angeraten gewesen.

Ich bin etwas unterwältigt, obwohl „Passage“ an und für sich kein schlechtes Album ist und mit „The Clearcut“ auch einen kleinen Höhepunkt enthält. Doch im naturromantischen, melancholisch-gefühlvollen Black Metal gab es im Laufe der Jahrzehnte – ob nun in den klassischen Neunzigern oder den Post-Millenium-Kaskaden – so viel besseres, dass mir leider nicht mehr als ein schulterzuckendes „ist okay“ aus den tippenden Fingern rinnt.

„Passage“ erinnert an den vorbeiziehenden Wind: der klagenden, romantischen Seele mag seine Stimme gefallen, doch letztlich rauscht er hinweg in die Ferne, ohne einen tieferen Eindruck zu hinterlassen.

Daniel Lofgren

XXL WertungM

Tracklist:

1. The Clearcut
2. Passage
3. Weathering
4. The Crooked Trail
5. Animis

XXL-Tipp

XXL TippxxlSulphurAeon

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