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Aktuelle Seite: StartseiteTonträger-Reviews

Helheim: raunijaR

helheim raunijar smLabel: Dark Essence Records / Soulfood

Spielzeit: 41:30 Min.

Genre: Blackened Viking Metal

Info: Facebook

Album kaufen: Amazon

Hörprobe: Youtube

VÖ-Datum: bereits erschienen

 

Im Fall der Norweger Helheim muss man nicht allzu viele Worte verlieren. Kaum eine andere Kapelle spielt(e) garstigeren (weil geschwärzten), aber auch sehr innovativen Viking Metal. Das Langeisen 'Blod & ild' mit dem Hammer-Track 'Jernskogen' von 2000 oder das 2003 erschienene Album 'Yersinia Pestis' sind schon sehr gediegene Referenzen. Bereits seit 1992 am Start, veröffentlichte die Mannschaft um V'gandr, Hrymr und H'grimnir diverse Demos, EPs sowie Split-EPs und präsentiert mit 'raunijaR' ihre mittlerweile achte Tellermine. Dabei beginnt das Album mit 'Helheim 9' noch recht folkig mit Klargesang, Mundtrommel, Chören, Streichinstrumenten, Akustikgitarre und später im Song mit spärlichen Drums. Die folgenden vier Stücke sind ebenso vielseitig instrumental und gesanglich ausgefallen, wobei bei diesen die Black-Metal-Wurzeln weit deutlicher zum Vorschein kommen. Atypische Instrumente wie Kuhglocke, Pauken und Trompeten werden hier zwar eingesetzt; dennoch ist der Metal-Faktor bei Weitem nicht von der Hand zu weisen, auch wenn insbesondere im Schwarzwurzelsektor Abstriche gemacht wurden, was aber gar nicht schlimm ist, sondern im Gegenteil eine absolute Stärke der heutigen Helheim darstellt.
Hervorzuheben ist übrigens auch die geile Produktion von Bjørnar Nilsen. Alles ist glasklar zu hören, ohne dass man das Gefühl verspürt, seinen Lauschern eine sterile Aufnahme anzutun.

Wer traditionellen puren Viking Metal zu schätzen weiß, wird das Album vielleicht nicht mögen. Wer hingegen Experimente bis zu einem gewissen Grade mag, wird mit dieser Scheibe sicherlich seine Freude haben. Aber Vorsicht: es braucht einige Durchgänge, bis 'raunijaR' so richtig zündet.

Kai Ellermann

XXL WertungXL 1

Tracklist:

01. Helheim 9
02. raunijar
03. Åsgards Fall 3
04. Åsgards Fall 4
05. Oðr

Fleshcrawl/Skinned Alive: Split

Fleshcrawl spliLabel: Brutal Art Records

Spielzeit: 29:15 Min.

Genre: Death Metal

Info: Fleshcrawl; Skinned Alive

Album kaufen: Facebook

Hörprobe: Youtube

VÖ-Datum: 29. Januar 2016

 

Endlich ist es soweit - eine Legende kehrt zurück!!! Nach über acht Jahren der Stille meldet sich mit Fleshcrawl eine der allerbesten deutschen Death Metal Bands endlich wieder zurück! Im Januar bekommen wir neue Songs der Kollegen zu hören und eins kann ich Euch versichern: Sie haben nichts verlernt!

Ganz im Gegenteil, die vier Songs (auf der MC sind nur drei) gehören nicht nur zum absolut besten, was ich von der Band bislang gehört habe, sondern ist echt mit das Geilste, was ich in diesem Jahr an Death Metal gehört habe (und das war nicht wenig!).
Schon der Opener "Return of the flesh" knallt alles weg, was so dumm war, sich dieser Naturgewalt entgegen zu stellen. Das ist klassischer Schweden-Death der Güteklasse A! Und auch die darauf folgenden drei Songs bewegen sich scheinbar mühelos auf diesem Weltklasse-Niveau und begeistern mich auch noch nach dem X-ten Durchlauf. Ein mehr als gelungenes Comeback!

Wertung: XXL/XXL

So leid es mir tut, aber gegen diese Death Metal Urgewalt kann auch Kollege Ferli mit seinem "Skinned Alive" Projekt nicht anstinken! Trotzdem ist er dieses Wagnis eingegangen und zieht sich tadellos aus der Affäre! Auch sein Death Metal ist wunderbarer Old School, ohne Schnörkel, immer geradeheraus auf die Fresse! Wie schon auf der ebenfalls bald erscheinenden Split mit Paganizer zeigt sich Skinned Alive als hoffnungsvoller Newcomer, von dem wir noch viel geiles Zeug in Zukunft hören werden!

Wertung: XL/XXL

Christian Hemmer

Tracklist Fleshcrawl:
01. Return of the flesh
02. Reign again
03. Kingdom of Skulls
04. Black souls (CD only)

Tracklist Skinned Alive:
01. The beauty and the pest
02. LingChi
03. Lifeless flesh released
04. Stroked with an axe (CD only)

Master: An Epiphany Of Hate

master An Epiphany Of HateLabel: FDA Rekotz

Spielzeit: 44:52 Min.

Genre: Death Metal

Info: Facebook

Album kaufen: Shop

Hörprobe: Soundcloud

VÖ-Datum: 29. Januar 2016

 

Ist es wirklich schon drei Jahre her, dass uns Paul Speckmann das letzte Mal mit einem Album seiner Hauptband "Master" beehrt hat? Scheinbar ja und deshalb ist es auch längst überfällig, dass neuer Stoff für uns Süchtige herangeschafft wird!

Mit "An Epiphany of Hate" (schöner Titel übrigens!) kredenzt Freund Paule wieder einmal genau das, was von ihm auch erwartet wird: Räudiger Old School Death Metal ohne Firlefanz und unnötigem Schnickschnack. Man könnte auch sagen: Master bleibt Master - es gibt auf dem neuen Album überhaupt keine Überraschungen, sondern Master pur. Hier und da wird mal ein klein wenig mit dem Tempo gespielt, ansonsten gibt es stumpf einen auf die Fresse und das ist auch gut so! Irgendwie habe ich das Gefühl, dass die Stimme von Herrn Speckmann diesmal noch kratziger und abgefuckter klingt als sonst, was natürlich eine feine Sache ist!

Was soll ich sonst noch großartig sagen? Wer Master kennt und liebt, kriegt seine amtliche Vollbedienung, die er natürlich auch erwartet hat. Klassischer kann man seinen Death Metal kaum spielen, Speckmann und seine Bandkollegen wissen genau, was sie tun! Dazu gesellt sich ein verdammt geiler Sound - wieder einmal alles richtig gemacht!

Christian Hemmer

XXL WertungXL 1

Tracklist:

1. Subdue The Politician
2. Fiction Soon Becomes Reality
3. Face Your Fear
4. Just Be Yourself
5. Just Take My Right Arm
6. An Epiphany Of Hate
7. It´s Clearly Eden
8. The People Of The Damned
9. Senses All Will Be Controlled
10. Red Alert

Secrets of the Moon: Sun

secrets of the moon sunLabel: Lupus Longe

Spielzeit: 52:13 Min.

Genre: Post/Dark Rock/Metal

Info: Facebook

Album kaufen: sm-metal-shop

Hörprobe: Bandcamp

VÖ-Datum: bereits erschienen

 

Secrets of the Moon haben mit ihrem neuen Album "Sun" den Black Metal nun endgültig hinter sich gelassen (ob auch für immer mag die Zukunft zeigen), aber ich bin ganz ehrlich: So fürchterlich überrascht oder total fassungslos bin ich eigentlich nicht. Denn wenn man sich mit der musikalischen Geschichte der Band auseinandersetzt (und ich verfolge diese seit ihren Demo-Tagen!), dann war dieser Schritt nur konsequent und irgendwann zu erwarten. Dass es allerdings in dieser Vehemenz schon auf "Sun" passiert, hätte ich auch nicht gedacht, aber auch das passt zur Band - halbe Sachen wurden hier noch nie gemacht!

Doch kommen wir zur Musik! Dass diese ausgesprochen dunkel und melancholisch/verzweifelt ausgefallen ist, darf man sicherlich der Tatsache zuordnen, dass die Band hier den Verlust ihrer langjährigen Mitstreiterin "LSK" verarbeitet (die durch eigene Hand diese Welt verlassen hat). Und so merkt man schon beim Opener "No more colours", der noch zunächst mit einer gewissen Heftigkeit auftritt, sich aber gegen Ende zu einem tieftraurigen und ruhigen Stück entwickelt, dass wir hier eine ganz andere, neue Band vor uns haben. Musikalisch bewegt man sich in Bereichen des Doom, Post und Gothic Rocks, was der Band (inklusive des klaren und sehr intensiven Gesangs) auch unglaublich gut gelingt! Der Song "Dirty Black" erinnert mich zum Beispiel ganz stark an "The Mission", wenn diese Gothic Metal statt Gothic Rock spielen würden!

Irgendwie erinnert mich "Sun" immer wieder an das grandiose "Wildhoney"-Album von Tiamat. Nicht weil es ähnlich klingen würde, sondern weil es eine ähnliche Transformation der Band darstellt und eine vergleichbare Atmosphäre ausstrahlt: Nämlich diese intensive und packende Mischung aus Verzweiflung und Trauer, gepaart mit Wut die aber gleichzeitig Schönheit ausstrahlt und einen Funken Hoffnung in sich trägt. Bei manchen Werken ist es aber auch schwierig die vielfältigen Eindrücke und Emotionen in Worte zu fasen...

Auf jeden Fall ist "Sun" ein außergewöhnliches und grandioses Album geworden, das nicht nur den bisherigen Höhepunkt im Schaffen von "Secrets of the Moon" darstellt, sondern auch in meiner persönlichen Hitliste ein ganz heißer Favorit für das beste Album dieses Jahres ist! Die Band hat eine gelungene (und vor allem nachvollziehbare!) Transformation hinter sich gebracht, die nicht nur mutig war, sondern auch ein hervorragendes Ergebnis erschaffen hat. Ein Werk für die Ewigkeit!

Christian Hemmer

XXL WertungXXL

Tracklist:

1. No more colours
2. Dirty black
3. Man behind the sun
4. Hole
5. Here lies the sun
6. I took the sky away
7. Mark of cain

Kampfar: Profan

kampfar profanLabel: Indie Recordings

Spielzeit: 40:13 Min.

Genre: Black Metal

Info: Facebook

Album kaufen: sm-metal-shop

Hörprobe: Vimeo

VÖ-Datum: bereits erschienen

 

Leider nach wie vor oft übersehen sowie insgesamt zu wenig gewürdigt, sind Kampfar mit ihrer Gesamtdiskografie längst zu einer der besten Black Metal-Bands überhaupt avanciert. Warum sie dabei immer wieder in den Pagan-Topf geworfen wird, hat sich mir bis zum heutigen Tag nicht erschlossen. Knapp 20 Jahre nach Veröffentlichung ihrer selbstbetitelten EP wird hier nach wie vor ein Niveau erreicht, welches in der Gesamtschau annähernd aussichtslos seinesgleichen sucht. Der Höhepunkt des Schaffens wurde dabei im vergangenen Jahr mit „Djevelmakt“ erreicht: für mich das beste Metal-Album 2014 – ein atemberaubendes Meisterwerk mit frostklirrenden Hymnen und Melodien für die Ewigkeit.

Als „Profan“ vor einigen Monaten unerwartet auf den Veröffentlichungslisten auftauchte, war ich verblüfft, geschockt, gelähmt, sprachlos, elektrisiert, ängstlich und euphorisch – alles gleichermaßen. Die Band hat nie zuvor so schnell mit einem neuen Album nachgelegt, ich war durchaus skeptisch. Und tatsächlich: das Niveau des überragenden Vorgängers wird auf „Profan“ nicht noch einmal erreicht. Dennoch ist es ein sehr gutes Album im beeindruckenden Katalog dieser Band geworden.

Jedoch ist durchaus eine gewisse Routine ausmachbar, das typische und nach wie vor großartige Kampfar-Element wird auf „Profan“ streckenweise etwas zu beliebig ausgeritten und dann regelrecht willkürlich auf die akustischen Leinwände aufgetragen. Wo auf „Djevelmakt“ noch jeder Song sein eigenes Gesicht, seine eigene unvergleichliche Aura hatte, da wirkt „Profan“ deutlich verwaschener und mutet damit wie ein Zerrbild von „Kvass“ (2006) an, welches im Jahr 2015 gewaltsam über die „Djevelmakt“-Vorlage gespannt wurde.

Sieht man jedoch von diesem Malus ab, dann kann man auch auf „Profan“ großartiges entdecken: der letzte Song „Tornekratt“ ist da bevorzugt zu nennen, welcher auch auf dem Vorgänger ein absolutes Highlight gewesen wäre. Die Gesänge von Dolk erzeugen hier wohlige Schauer, während die Gitarren schleppend und melodisch-mäandernd durch das neblige Moorland streifen. Man ist ergriffen und begeistert, dieser Song entzieht der Realität jedwede Existenzberechtigung und man richtet sich während des Hörgenusses mental eine Holzhütte in dieser verwunschenen Landschaft ein. Man kann dem Song – wenn überhaupt! – nur eine einzige Sache vorwerfen: dass er (und damit das komplette Album) zu abrupt endet.

Mit diesem Song sowie den mächtigen und durchschlagenden „Gloria Ablaze“ und „Icons“ haben Kampfar ihrem Werk drei absolute Klassiker hinzugefügt. Der Rest ist immer mindestens gut und meist sogar sehr gut, dennoch wirkt „Profan“ an vielen Stellen zu routiniert – was dem Entfachen einer wahren Magie leider abträglich ist. Insgesamt wirkt das Album zu sehr „gemacht“, die Band hat ihr Songwriting auf dem Vorgänger endgültig perfektioniert und verwaltet dieses Genie aktuell zufrieden, ohne es jedoch zügellos und maximal inspiriert in die Musikwelt zu schießen.

Als Fazit bleibt mir an dieser Stelle nur: wer Kampfar noch nicht im heimischen Musikregal stehen hat, der sollte endlich zugreifen und idealerweise mit dem überirdischen Vorgänger „Djevelmakt“ beginnen; wer die Diskografie komplett zuhause stehen hat, der muss natürlich auch „Profan“ haben – enttäuschend ist das Album nämlich nur, wenn man es in direkte Relation zum Vorgänger oder altbewährt-überragendem wie „Fra Underverdenen“ (1999) setzt.

Daniel Lofgren

XXL WertungL

Tracklist:

1. Gloria Ablaze
2. Profanum
3. Icons
4. Skavank
5. Daimon
6. Pole In The Ground
7. Tornekratt

Magic Circle: Journey Blind

magiccircle cover smLabel: 20 Buck Spin

Spielzeit: 45:18 Min.

Genre: Heavy Doom

Info: Homepage

Album kaufen: Shop

Hörprobe: Youtube

VÖ-Datum: bereits erschienen

 

Der Gesang auf „Journey Blind“, dem zweiten Album der Kanadier Magic Circle, besteht aus nicht weniger als den Stimmen von Eric Wagner, Eric Adams und Ozzy Osbourne – in den Mixer gepackt, gut durchgerührt und saftig ploppend sowie vollmundig perlend serviert. Und analog dazu ist auch die begleitende Musik gestaltet, in welcher klassischer Trouble- auf frühen Black Sabbath-Doom und ebenso klassische Metal-Einsprengsel trifft.

Insgesamt fehlen die wirklich großen und memorablen Riffs sowie Melodieführungen; an manchen Stellen wirkt die Musik sogar regelrecht hektisch und unaufgeräumt. Insbesondere in diesen Momenten werden dann neben den bereits genannten Bands auch starke Erinnerungen an Only Living Witness wach, welche auf ihren beiden Veröffentlichungen in den Neunzigern oftmals das gleiche Problem hatten.

Der kleine Kult, der im Untergrund teilweise um Magic Circle gesponnen wird, ist liebenswert und sympathisch – aber am Ende des Tages ist „Journey Blind“ kein Album, welches man unbedingt haben oder kennen müsste. Melodien für die Ewigkeit werden (noch) anderswo geschrieben.

Daniel Lofgren

XXL WertungM

Tracklist:

1. Journey Blind
2. The Damned Man
3. A Ballad For The Vultures
4. Lightning Cage
5. Ghosts Of The Southern Front
6. Grand Deceivers
7. Antediluvian

Void Ceremony: Cyclial Descent of Causality (MC)

voidceremony cyclical coverLabel: Blood Harvest

Spielzeit: 23:09 Min.

Genre: Death Metal

Info: /

Album kaufen: Bandcamp

Hörprobe: Bandcamp

VÖ-Datum: bereits erschienen

 

Vergleicht man die (auf 150 Stück limitierte!) Kassette mit ihrer letztjährigen EP "Dystheism", so fällt zunächst negativ auf, dass der schon damals von mir kritisierte Sound noch ein gutes Stück beschissener geworden ist. Auf der anderen Seite ist das Songmaterial erheblich geiler geworden! Gleicht sich das dann aus? Ehrlich gesagt habe ich mich bei der Bewertung etwas schwer getan...

Aber erst mal zur Musik! Die lässt sich zwar immer noch problemlos dem Death Metal zuordnen, steht aber meilenweit entfernt sowohl von 08/15 Kapellen, als auch vom eigenen Backkatalog. Anno 2015 sind "Void Ceremony" viel dreckiger, bösartiger und vor allem chaotischer zugange als noch ein Jahr zuvor! Geschickt mit Tempo und Atmosphäre spielend, laden uns die Amerikaner ein auf eine gewalttätige Reise durch dunkle Dimensionen. Dabei driften sie in den besonders chaotischen Phasen bis hin zu kakophonischen Klängen ab, was dem Werk schon eine ganz besondere, faszinierende Note verleiht. Wäre da nicht der Scheiß-Sound! Trotzdem gebe ich dem Tonband wegen der wirklich überragenden Songs eine "L" Bewertung, sehr schade, denn mit einer etwas vernünftigeren Produktion wäre ein "XL" mehr als locker drin gewesen.

Christian Hemmer

XXL WertungL

Tracklist:

1. Benighted by Malignant Sorrow 06:24
2. Sacrosanct Delusions 05:21
3. Empty Grand Majesty 11:24

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