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Party.San Open Air 2017

party.san 2017 berichtxxlJa, gleich zu Beginn muss ich mit einem Klischee-Spruch glänzen: wenn man zum Party.San fährt, hat man irgendwie immer das Gefühl, nach Hause oder zu guten Freunden zu kommen. So auch in diesem Jahr, obwohl der Wettergott nicht so recht Bock extremen Metal hatte und seinen Unmut diverse Male in Form von heftigen Regengüssen und schmalen Temperaturen zeigte. Egal, denn das Festival hat ja das „Hell is here!“-Motto und ist eben für die ganz harten gedacht. Sogar der Boden auf dem Zeltplatz ist für eben solche und ohne Hammer dringt hier kein Nagel in den Boden.

Donnerstag:

Etwas musste ich schon schmunzeln, als bekannt wurde, dass ausgerechnet die Heavy Metal-Hoffnung Night Demon das Knüppelfestival eröffnen sollten. Nun, zum einen öffnet sich das Party.San schon seit einigen Jahren hin zu traditionelleren Klängen (Grand Magus, Atlantean Kodex), zum anderen gibt es wahrlich schlechtere Bands, um ein Festival zu eröffnen. Das US-Trio besticht durch eine unglaubliche Spielfreude und kann mit einem Bombensound glänzen, den ich zu dieser Uhrzeit nicht erwartet hätte. Das Maiden-Cover „Wasted Years“ muss aufgrund technischer Probleme zwar kurz unterbrochen werden, aber dadurch lassen sich Night Demon nicht aus der Ruhe bringen und beenden ein stimmungsvolles Heavy-Metal-Set.

Völliges Kontrastprogramm bieten die nachfolgenden Azarath an, die, wenn man es böse meinen möchte, in letzter Zeit oftmals als Ersatzteillager der polnischen Death-Metal-Szene von sich Reden machten. Und auch hier zeigt sich, obwohl der aktuelle Longplayer „In Extremis “ eine kleine Genre-Granate ist, dass die Band kaum eingespielt und eher etwas steril wirkt.

Wahrlich mehr Leidenschaft zeigen die isländischen Jungspunde Misthyrming, die zwar nicht immer timing-sicher durchs Programm führten, dafür aber ihr kleines Land mit einer schöne Portion Black Metal vertraten. Wenn man abseits der Bühne den Jungs begegnet, kann man kaum glauben, was für eine Naturgewalt die Band im Corpspaint veranstalten kann. Schöner Gig und hoffentlich kommen die Isländer bald wieder auf Tour.

Manchmal kommen sie wieder... dieses Mal die Niederländer God Dethroned, die sich ja eigentlich vor Jahren verabschiedet haben, aber dann doch wieder (zum Glück) Bock auf Death Metal haben und nun hier spielen. Die fehlende Live-Routine merkt man den Mannen um Henry zwar während der gesamten Spielzeit an, macht aber nichts wenn einem Klassiker wie „Villa Vampiria“, „Boiling Blood“ oder „Soul Sweeper“ entgegen geprügelt werden.

Dann also Mantar. Auf der Hauptbühne. Kann das gut gehen? Ja, verdammt. Zwar hat auch ich etwas Angst, dass die große Bühne für Hanno und Erinc eine Nummer zu gewaltig wäre, aber das Sludge-Doom-Monster aus dem Norden (Bremen möchte ich als Hamburger nicht nennen) fackelte nicht lange und zeigte einmal mehr, wie brachialisch eine Zwei-Mann-Band sein kann. Hanno nutze die große Bühne geschickt und rannte wie ein Derwisch über die selbige.

Es wurde zunehmend dunkler und als der Schreiber dieser Zeilen aus dem Zelt kletterte, stellte er fest, dass a) es wohl ein Kaltgetränk zuviel war, und b) dass es langsam zu regnen begann. Quasi beste Voraussetzungen für Black Metal. Darkened Nocturn Slaughterclut liefern dazu den perfekten Soundtrack ab. Sängerin Onielar, ganz in Weiß gekleidet, kreischt wie eine wahre (Achtung!) Göttin und stellte klar, was für eine Vormachtstellung diese Band mittlerweile geniest.

Wie Stunden zuvor bei Mantar fragte ich mich, ob Urfaust auf der großen Bühne eventuell untergehen könnten. Doch weit gefehlt, das Duo nutzt die tolle Lightshow, die Dunkelheit und die einsetzende Regenflut für sich und bieten eine sehr intensive Show. Eben nur schade, dass der Regengott ein Erbarmen zeigte und dafür sorgte, dass der Platz (fast schon folgerichtig) sich leerte.

Aufgrund des starken Regens fangen Overkill knapp 30 Minuten später an und liefern ein wahres Manifest an Klassikern ab. Ob nun „Ironbound“, „I hate“ „In Union We Stand“ oder das unausweichliche „Rotten to the core“, für Abwechslung ist gesorgt und die Thrasher liefern ausschließlich Hits ab. Frontsau Bobby (immerhin fast 60) rennt ohne Unterlass über die Bühne und übersetzt den obligatorischen Rausschmeißer „Fuck You“ mit „verpiss dich“. Toller Gig.

Nüchtern betrachtet hat Abbath lediglich ein abendfüllendes Langeisen im Gepäck und beansprucht damit den Headlinerposten. Hmm, fragwürdige Entscheidung des Veranstalters, auch wenn Kollege Pandafresse mit Immortal den einen oder anderen Klassiker veröffentlicht hat. Von eben diesen Klassikern gibt es grade einmal drei Songs zu hören, und dann auch eher B-Ware („One by One“, „Tyrants“ und „All Shall Fall“). Trotz allem ein solider Gig, obwohl Overkill für viele Beobachter der wahre Headliner gewesen wären.

Freitag:

Traditionell eröffnen auf dem Party.San die Grindcore-Kapellen das Geschehen, dieses Jahr sind es Gut, und wir, das Puplikum, sind laut Aussage des Sängers Scheiße. Ja, kann man so stehen lassen. Obwohl die Band zu den Begründern der Szene zählt, geht die Post im Publikum ehr nicht so ab.

Man kann sich immer und auf jedem Festival darüber streiten, warum Band Xy diese oder jene Position im Billing inne hat (siehe Abbath), warum aber ausgerechnet Demilich als zweite Band des Tages ran mussten, bleibt fraglich. Die Finnen sieht man heutzutage viel zu selten, konnten aber die Anwesenden Beobachtern mit ihrem filigranen Death Metal begeistern. Schade nur, dass recht wenige Leute zu dieser Uhrzeit den Weg zur Bühne fanden.

Demolition Hammer mussten auch mit einer frühen Spielzeit leben, was bei vielen Gästen für Stirnrunzeln sorgte, dafür war es vor der Bühne jedoch brechend voll und es bildete sich der erste Circlepit des Tages. Kein Wunder, die Mannen um Fronter Steve Reynolds zündeten ein wahres Feuerwerk des Thrash Metals ab und man kann nur hoffen, dass die Amis nun wieder häufiger in Europa zu sehen sein werden. Passend zum Ende des Gigs fing auch wieder der Regen an zu nerven.

Kontrastreicher könnte es kaum sein, eben noch vorzüglicher Thrash Metal mit einer kleinen Asi-Note, nun klebriger Nintendo-Melo-Death aus dem Hause Kalmah. Solche musikalischen Ausreißer gibt es auf dem Party.San regelmäßig (Ghost Brigade waren jedoch beide Male ein Hochgenuss), aber vor der Bühne würde es merklich leerer und die Finnen wirkten vor dem Härtner-Publikum reichlich deplatziert.

Aber Rettung naht: die Christen-basher Vital Remains lassen sich mit einem runderneuerten Line-Up mal wieder in Europa blicken prügeln sich durch ihre 45 Minuten Spielzeit. Ob eine Wall of Death wie bei „Hammer down the nails“ tatsächlich Not tut, sei mal dahin gestellt. Dafür gibt es mit „In a world without god“ einen Ausblick auf das kommende Album und mit dem finalen Song „Dechristianize“ kein halten bei den Anwesenden Fans.

Böse Zungen behaupten inständig, dass Uada Mgla bis ins kleinste Detail kopieren. Das mag zwar optisch durchaus stimmen, aber dann hören die Querverweise auch schon auf. Die US-Blackies gehen deutlich schwedischer zur Sache, als es die großen Vorbilder aus Polen je gemacht haben und es überrascht mich, wie souverän (und mit nur dem einzigen Album „Devoid Of Light“ im Gepäck) Uada auf der großen Bühne agieren (für mich deutlich Mitreisender als Mgla an ähnlicher Position im Vorjahr). Tolles Konzert, selbst der einsetzende Regen mit seinen Dunkeln Wolken tut der Atmosphäre gut.

Bei einer Dreiviertelstunde Spielzeit muss sich eine Kapelle wie Moonsorrow schon Gedanken machen, welche Songs dargeboten werden. Die Finnen entschließen sich dazu, zwei Tracks vom aktuellen Album „Jumalten Aika“ zu spielen, dazu zwei ältere Songs und schon ist der Gig zu Ende. Hätte es nicht in Strömen geregnet, wäre dies für die Finnen einen Triumphzug gewesen, so war es lediglich ein okayer Auftritt mit epischen Songs.

Trotz bescheidenen Wetters sind viele Leute neugierig auf die Black/Thrasher Aura Noir, die eine perfekte Mischung aus Celtic Frost, Carnivore und alten Motörhead zocken. Mit drei bis zwölf Bier intus der perfekte Soundtrack auf diesem Festival.

Die Death-Metal-Walze Vader funktioniert auch bei strömenden Regen einwandfrei, so auch hier. Obwohl ich auf dem Zeltplatz Schutz vor dem Regen gesucht habe, tönten die Polen auch eindrucksvoll im hinteren Bereich. Kein Wunder, wenn Profis Knaller wie „Dark Age“, „Sothis“, und „Triumph of Death“ im Gepäck haben. In diesem Sinner: „Fuck the Rain“ O-Ton Peter.

Einen Ticken anspruchsvoller geht es anschließend bei Nile zu, die mit ihrem neuen Sänger Brian Kingsland wieder ordentlich Bock haben und zeigen, dass technischer Death Metal nicht zwangsweise nur etwas für Atomphysiker ist. Songs wie „Defiling The Gates Of Ishtar“ und „Unas, Slayer Of The Gods“ sorgten für munteres Headbangen unter dem Regenmantel.

Man durfte gespannt sein, wie die Doom-Legende Candlemass auf dem Party.San ankommen würden, aber die Schweden regelten auf dem kompletten Flugplatz. Goldkehlchen und Neuzugang Mats Leven passt wie die Faust ins Gretchen und die Fans nahmen de Doom-Göttergaben wie „Mirror Mirror“,“ Bewitched“, „The Well Of Souls“ dankend auf. Funfact am Rande: die Airline hat das Gepäck der Band vertüdelt und somit hing als Backdrop lediglich ein Shirt der Band (Kult) und die Schweden mussten sich die Instrumente von anderen Kapellen leihen. Die Metal-Family hält eben doch zusammen.

So richtig werde ich mich an singende Drummer in der Live-Situation nie gewöhnen. Aber davon abgesehen zerlegte die Kult-Truppe um Chris Reifert als Headliner die Bühne standesgemäß mit ihrem Ur-Suppen-Death-Metal. Schönes Finale des zweiten Tages.

Samstag:

Man stelle sich vor es ist Mitte August, man trägt einen dicken Pullover und eine Jacke und sitzt zitternd am Frühstückstisch auf dem Zeltplatz. Wann wird es endlich wieder Sommer, fragt man sich und öffnet das erste Bier des Tages, um warm zu werden.

Faszinierend, dass ausgerechnet zu den irischen Todesdoomern Mourning Beloved die Sonne exakt 45 Minuten scheint. Genau dieser Sonnenschein sorgt dafür, dass die Iren ihre traurige Message nicht so intensiv wie in einer Clubshow darbieten können.

So, Hände hoch, wer die Schweden Merciless noch auf dem Zettel hat. Ich hatte ernsthaft damit gerechnet, dass die Deather mindestens genau so viele Leute vor die Bühne ziehen wie Demolition Hammer am Vortag, aber Pustekuchen. Juckt den Jungs um Stjärnvind aber nicht die Bühne und bieten einen ziemlich rumpligen, aber sympathischen Auftritt hin. Auf die nächsten 30 Jahre!

Hades Almighty spielen eines ihrer wenigen Konzerte und zeigen einmal mehr, wie großartig diese Band eigentlich ist. Göttergaben wie „... Again Shall Be“, „Nemesis“ oder „The Dawn of the dying sun“ bekommt man als Black Metal Fan viel zu selten um die Ohren geschleudert und es ist eine Schande, dass Hades Almighty kaum in einem Atemzug mit Immortal, Enslaved oder Emperor genannt werden.

Die Kanadier Cryptopsy bieten Fan-Service und spielen ihren Klassiker „None So Vile“ am Stück. Grundsätzlich eine gute Sache (wenn man auf technischen-Kopfschmerz-Death-Metal steht), jedoch hat der Soundman Petersilie in den Ohren und liefert dementsprechend einen sehr fragwürdigen Sound ab.

Und schon wieder eine Zwei-Mann-Kapelle. Nach Mantar und Urfaust müssen sich nun Inquisition mit ihrem Black Metal beweisen und hier gibt es genau zwei Möglichkeiten, wie man damit umgeht: Entweder man vergöttert das Duo, oder man kann damit nichts anfangen. Ich entschließe mich für die zweite Option, gebe mir kurz die Band und mache mich dann auf dem Weg, um an den zahlreichen Ständen mein Geld für CDs und Vinyl umzutauschen.

Danke Jarne, dass du Necrophobic gebucht hast. Denn wenn eine Band wie die Faust ins Gretchen passt, dann das Schwedentod-Kommando, die passend zum Festival-Wochenende ihre neue 7“ „Pesta“ (der natürlich auch gespielt wurde) veröffentlichten. Passend zur Rückkehr des Gitarrenduos Bergebäck/Ramstedt bzw. des Ur-Sängers Anders Strokirk fällt auch die Setlist eher oldschoolig aus und bietet Raritäten wie „Spawned by Evil“ oder „Slow Asphyxiation“. Wenn das angekündigte Studioalbum ähnlich stark ausfällt wie der Appetizer „Pesta“, dann dürften die Schweden einen wahren Brocken in der Hinterhand haben.

Ähnlich wie am Vortag bei Kamos leeren sich die Reihen bei Insomnium etwas, was den Finnen aber am Allerwertesten vorbei geht und zocken ihr aktuelles Album aka neuen Song „Winter‘s Gate“ am Stück ohne Ansagen. Die dunklen Regenwolken sorgen dafür, dass die Finnen ihre intensive Lightshow ausnutzen können und unterstreichen damit ihren melodischen Death Metal, der nicht weh tut.

Deutlich rumpeliger wird es dann beim Black/Thrash-Quintett Desaster, die ähnlich stark abräumen wir Necrophobic zwei Stunden zuvor. Auch wenn die Koblenzer anfangs mit Soundproblemen zu kämpfen haben feiern die Leute vor der Bühne den Gig ab und die Band dankt es ihnen mit einer Setlist, die das komplette Schaffen umfasst.

Dann war es Zeit für eine wahre Legende: Possessed machten in Schlottheim Halt und zockten ihren Ur-Suppen-Death-Metal und die Meute vor der Bühne hatten Bock drauf. Ich finde es extrem beeindruckend, dass Sänger Jeff Becerra, der seit den frühen ´90igern Querschnittsgelähmt ist, sich diese Tortur im Rollstuhl antut und auf Tour geht. Für 2018 wurde übrigens ein neuer Longplayer auf Nuclear Blast angekündigt.

Neben Necrophobic assoziiere ich gerne Marduk zum Grundgedanken, den das Party.San inne hat: Hell is Here! Auch wenn der Gig der Schweden nicht unbedingt zu den besten der Festival-Geschichte gehört (ich fand den Auftritt vor zwei, drei Jahren deutlich intensiver), so war es auch in diesem Jahr ein Hochgenuss dem schwedischen ICE-Geballere zu lauschen. Bei keiner anderen Band wäre das abfeuern der Flugabwehrgeschütze, die seit jeher die Bühne „bewachen“ so passend, wie bei Marduk.

Nachdem Morbid Angel ihre Teilnahme am Festival wenige Wochen zuvor abgesagt haben (was ein logistischer Alptraum für einen Booker sein muss, wenn mitten in der Saison ein Headliner wegbricht) sind es nun Triptykon, die den finalen Soundtrack für die Heimfahrt liefern. Ich habe es in den letzten Jahren vor Ort beobachtet, so auch dieses Jahr: die letzte Band, egal wer, hat immer damit zu kämpfen, dass viele Gäste frühzeitig im Zelt liegen oder gar schon abreisen. Zu allem Überfluss hatte die Band anfangs mit argen Soundproblemen zu kämpfen und minutenlang und am Gitarrensound geschraubt. Zeitweise hatte man das Gefühl, dass Tom davon derbe angepisst war und dies auch am Roadie ausließ, reagierte dann aber souverän und ironisch auf die Gesamtsituation. Achja, Songs gab es auch, und davon viele Klassiker wie beispielsweise „Procreation (of the Wicked)“, „Circel of the Tyrants“ und „Morbid Tales“.

Nach dem Festival ist bekanntlich vor dem Festival. Kaum hatten wir am Donnerstag das Gelände betreten, sahen wir das Poster für das kommende Jahr mitsamt den Ankündigungen für u.a. Watain, Unanimated und Toxic Holocaust. 2018 wird gut, soviel steht jetzt schon fest.

Zeltbühne:

Es mag wohl an meinem persönlichen Geschmack liegen, aber das Angebot der Zeltbühne ist in diesem Jahr extrem vorzüglich. Lucifericon und Pighead habe ich aus logistischen Gründen zwar verpasst, dafür war ich pünktlich zum Gig von The Lurking Fear anwesend. Die Schweden zauberten erst vor Kurzem mit ihrem Debütalbum einen gekonnten Mix aus Death Metal und Crust, konnten im Zelt aber bei den meisten nicht so recht punkten, da der Sound viel zu matschig daher kam und der Bass kaum wahrnehmbar war. Dennoch machte mir dieser Gig besonders viel Spaß, wann sieht man Gestalten der frühen Schweden-Tod-Szene (unter anderem Jonas Stalhammar und die At The Gates-Recken Tompa Lingberg und Adrian Erlandsson, die paradoxerweise im letzten Jahr mit ihrer Stammformation das Festival beendeten, auf so einen kleinen Bühne?).

Nachdem im April andere Leute dafür gesorgt haben, dass Ultha nicht in Hamburg auf einem Festival spielen sollten, freute ich mich umso mehr, die Black Metaller zu sehen. Eingehüllt in tiefroten Nebel zocken die Köllner genau zwei ganze Songs, nämlich den Opener und den Rausschmeißer der aktuellen Langrille „Converging Sins“. Intensiv sie immer, aber leider auch etwas bewegungsarm stellte dieser Gig für mich ein kleines Highlight dar. Dass sich Ultha mit den Worten „viel Spaß mit Inquisition“ verabschiedeten, passte perfekt zu Situation in Hamburg.

Die Osnabrücker Death Metal-Formation Dawn of Disease veröffentlichen passend zum Party.San Open Air ihr viertes Album „Ascension Gate“ (Review gibt es hier) und spielen zeitgleich den letztes Gig des Tages auf der Zeltbühne. Das Quintett bietet einen annehmen Mix aus melodischen und brutalen Death Metal, der nicht selten an ganz frühe Amon Amarth erinnert.

Freitag:

Zugegeben: optisch war der Auftritt der Flensburger Verheerer nix. Ich möchte in diesem nie wieder die Eier von irgendwelchen Axträgern (in diesem Fall den Basser) sehen müssen. Weshalb muss man sei Instrument direkt vor unter dem Kinn platzieren? Musikalisch war aber alles schick und Verheerer boten ihre eigene Interpretation von modernen Black Metal an, den man sich schlecht entziehen kann.

Richtig beeindruckt haben mich die Belgier Kosmokrator, die mit ihrem matschigen Black Metal das halbe Zelt platt gemacht haben. Obwohl ich den Presse-Download schon lange besitze, musste nach diesem Gig der Erwerb der Vinyl einfach sein.

Es folgte eine typische Sven-Meier-Situation. Nach dem studieren des Billings beschäftigte ich mich nicht weiter mit Kringa und ging mit null Erwartungen ins Zelt. Nachdem mich die Österreicher mich ihrem Black Metal, der nicht selten an eine coole Mischung aus Darkthrone und Post-Black-Metal erinnert, derartig umgeblasen haben, wollte ich das ganze Merch kaufen. Doch diesen Gedanken hatte nach dem Gig wohl viele und ich ging komplett leer aus, was ich heute, nach dem Festival bitterlich bereue. Schließlich scheint das komplette Vinyl der Band ausverkauft zu sein.

Ähnlich die im Vorjahr bei December Nails sorgen nun Nailed to Obscurity für eine gelungene Mischung aus Todesdoom und atmosphärischen Songs, die bei vielen Leuten anzukommen scheint, da das Zelt recht voll ist (Sänger Raimund fragt augenzwinkernd, ob dies an seiner Band oder am einsetzenden Regen liegt).

Samstag:

Sehr kurzweilige 60 Minuten gab es gleich zu Beginn mit den Speed-Metal-Punks Indian Nightmare, die schon morgens um Elf Bock hatten und den perfekten Einstieg in den finalen Tag boten.

Blood of Seklusion bieten straighten Death Metal, der auf einem Festival immer gut funktioniert. Besonders dann, wenn Boss HM-2 Bands in diesem Jahr ehr in der Minderheit vertreten sind. Übrigens feiern die Italiener auf dem Party.San Open Air die Veröffentlichung ihrer neuen Scheibe „Servants Of Chaos“ (Review hier).

Noch eine Spur straighter auf die Glocke gibt es dann von den Kollegen Atomwinter, auf die sehr viele Beobachter Bock hatten.

Auf Krater hatte ich derbe Bock, ihr aktuelles Album „Urere“ ist grandios, doch leider können die Sachsen die Intensität der Scheibe in der Live-Situation nicht aufrechterhalten.

Wie so oft kommt das Beste zum Schluss. Nachdem die Bandmitglieder von Humiliation seit Donnerstag in direkter Nachbarschaft gezeltet haben und sich gefühlt jede Band auf dem Festival angesehen haben, durften die Death Metaller als letzte Band des Tages (und des Festivals) auf die Zeltbühne. Ihr Death Metal walzt ähnlich wie die großen Vorbilder von Bolt Thrower alles, aber auch alles nieder und das Zelt ist zum bersten voll. Wahrlich ein Highlight des Festivals.

Sven Meier

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