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Subduer im Interview

Ein neues Genre scheint sich im Moment zu entwickeln, in dem War Metal und Noise zu einer ziemlich kranken und kaputten Mischung verschmelzen. Das deutsche Duo Subduer hat dafür kürzlich mit seiner Debüt-EP "Death Monolith" ein sehr geiles Beispiel angeliefert. Sänger und Gitarrist Az-Zabaniya war so freundlich, mir ein paar Fragen zu beantworten!

Subduer interview Kopiexxl

Seid gegrüßt, ein ziemlich krankes Teil habt Ihr da mit "Death Monolith" abgeliefert!

Man dankt.

Wie ist Euer musikalischer Background, kennt man Euch vielleicht von anderen Kapellen, oder soll das geheim bleiben?

Wir spielen beide in anderen Bands, wollen das allerdings lieber geheim halten. Alleine den „Personas“ wegen. Shemhamforash hat allerdings noch ein PE Projekt, das unter dem Namen Malignant Spears läuft.

Wie würdet Ihr Euren Stil selber bezeichnen?

Als „miltant noise war“

Gibt es ein inhaltliches Konzept bei "Death Monolith"?

Es gibt ein inhaltliches Konzept für „Subduer“ im allgemeinen. Anti-Religion, nicht im Sinne Satanismus, sondern im Sinne von „kämpfe für dich selbst, nicht für eine Theorie“

Habt Ihr Euch bewusst für eine so kurze Spielzeit entschieden, oder hattet Ihr einfach noch kein weiteres Material?

Einerseits hatten wir kein weiteres Material, andererseits wollten wir bewusst „nur“ eine EP rausbringen, sozusagen als eine Art „Machtdemonstration“

Subduer  Death MonolithxxlWie kann man sich das beim Komponieren, bzw. den Aufnahmen vorstellen, wie versetzt Ihr Euch in die nötige Stimmung, um solch kaputtes Zeug zu kreieren?

Stress. Viel Stress und Hass. Zum schreiben oder aufnehmen versetze ich mich nicht unbedingt in eine Stimmung, vielmehr lebe ich meine allgemeine Stimmung aus.

Ein ähnlicher "Krach" ist mir in letzter Zeit öfter untergekommen (z.B. Kapala, oder Tetragrammacide). Baut sich da eine neue kleine Szene auf, oder ist das reiner Zufall? Was ist Eure Meinung zu den erwähnten Bands?

Ich behaupte mal, dass die Mischung aus Noise und War Metal das, oder eins der neusten Genres ist, wobei War Metal ja selbst noch recht jung ist. So oder so, der Genremix funktioniert meiner Meinung nach sehr gut, und ich freue mich immer über neue Bands, die diesen Stil für sich entdecken

Gibt es noch weitere Bands, die einen ähnlichen Sound fahren, die Ihr empfehlen könnt?

Tetragrammacide und Kapala nanntest du ja bereits. Nyogthaeblisz und Intolitarian wären wohl noch nennenswert

Was sind Eure musikalischen Vorbilder? (Wobei mich vor allem Eure Einflüsse aus dem Noise-Bereich interessieren!)

Wir sind sehr von War Metal Bands wie Revenge und Teitanblood beeinflusst, allerdings auch von Noise Bands wie Grunt, Bizzare Uproar und Deathkey. Wir sind auch große Fans von Oldschool Death- und Black Metal Bands (Sadistik Exekution, Hellhammer etc.)

Eure Musik ist definitiv nur für eine sehr begrenzte Zielgruppe gedacht. Wie stellt Ihr Euch selber den typischen Subduer-Hörer vor?

Hm. Er schneidet wahrscheinlich die Ärmel von seinen Shirts ab.

"Death Monolith" gibt es als CD und Kassette. Gibt es bewusst keine Vinyl-Version, oder kommt da vielleicht noch was? (Fände ich dufte!)

Da kommt vielleicht noch was.

Sowohl im Rock Hard, als auch im Deaf Forever seid Ihr übel abgestraft worden. Wie geht man mit solchen Verrissen um, ist das ärgerlich, oder eher eine Art Ritterschlag, dass man vom Mainstream einfach nicht verstanden wird?

Das ist mir ehrlich gesagt fick egal. Wenn ich überall gute Reviews wollte, würde ich andere Musik machen. Ich würde es auch nicht als „Ritterschlag“ bezeichnen, da hat halt wer ne Meinung und die gibt er preis. Mir letzten Endes Wurst, ändern werde ich deswegen nix.

Wie kam der Kontakt mit Bernd und Dunkelheit zustande? Seid Ihr zufrieden mit der Zusammenarbeit?

Wir waren schon lange große Fans des Labels, als die EP dann fertig war, haben wir sie ihm zugeschickt, und er fand es gut. So einfach.

Hält man die CD in den Händen, merkt man, dass Euch auch die optische Erscheinungsweise nicht unwichtig ist. Hattet Ihr bei der Gestaltung der CD komplett freie Hand?

Ich mache alle Artworks, Logos, Layouts etc. Insofern können wir alles genau so umsetzten, wie wir es auch wollen. Bernd hat auch keine unserer Ideen „verboten“, in dem Sinne konnte ich mich da gut austoben.

Kann man schon irgendwie absehen, wie sich das Teil so verkauft? Welche Version läuft besser?

Die Tapes natürlich. Kein Sack kauft mehr CDs. Meiner Meinung nach zurecht.

Wie zufrieden seid Ihr insgesamt, sowohl mit der CD, als auch mit den Reaktionen darauf?

Wir sind sehr zufrieden wie die EP klingt, sowohl auch wie sie analog aussieht. Die Reaktionen waren größtenteils positiv, was uns natürlich freut, aber letztlich, wie oben schon gesagt, nichts daran ändern wird, was und wie wir Musik machen.

Was sind die nächsten Pläne für Subduer?

Als nächstes kommt ein Album. Es werden sich ein paar Dinge ändern. Hauptsächlich wird alles noch Chaotischer und Extremer.

Die letzten Worte sollen Euch gehören!

Ille victoriam fert, ille sine deum est!

Vielen Dank für die Beantwortung der Fragen!

Christian Hemmer

Eat My Body im Interview

Aus Essen kommt nicht nur grandioser Thrash Metal, sondern auch im Bereich Death Metal haben wir was zu bieten. Die Kollegen von Eat My Body sind ein hervorragendes Beispiel dafür, was sie auch unlängst auf ihrer 7"-EP bewiesen haben. Mal schauen, was die Band so zu sagen hat!

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(Bildquelle: Band)

Hallo Leute, stellt Euch doch bitte erst mal vor! Wer macht was bei Eat My Body?

Corny – Drums, Helge – Guitar, Colin – Guitar, Matthes – Bass, Sven – Vox

Es gibt Euch schon seit 2006, ein Jahr später kam die "Gore-BQ" CD, dann war es eher ruhig um die Band. Warum hat es so lange gedauert, bis wir nun endlich ein neues musikalisches Lebenszeichen von Euch bekommen haben?

Wir haben uns da keinen Kopf gemacht und hatten nicht das Gefühl, dass es an der Zeit für neue Veröffentlichungen ist. Dazu kommt, dass wir immer wieder längere Phasen nicht proben, da alle in ihren Jobs stecken.

Gibt es eigentlich die Möglichkeit, noch irgendwie an die oben erwähnte "Gore-BQ" CD zu kommen?

Nein, die ist komplett ausverkauft

eat my body 2018xxlIhr spielt auf der EP verdammt geilen Old School Death Metal, der aber noch so einige genrefremde Einflüsse präsentiert, wie ich finde. Was sind Eure musikalischen Vorbilder, wo holt Ihr Eure Inspiration her?

Da kommt so einiges zusammen. Da wir alle mit Metal groß geworden sind und ohne Genre-Scheuklappen Spaß an der Mucke haben, verschmelzen wir alles zu unserer eigenen Legierung. Slayer, Sodom, Kreator, Death, D.R.I., Iron Maiden, Hellhammer, Celtic Frost, Triptykon, Prong sind für Helge, der die meisten Riffs liefert relevante Quellen. Thematisch dreht es sich bei EMB um allerlei Absurdes, wir verwursten unsere Ideen gerne zusammen zu Texten.

Die limitierte Version der Platte war ja Ruckzuck ausverkauft, die Kritiken sind durch die Bank positiv.

Was uns sehr freut. Wir halten uns an Cornys Motto „good metal comes to those who wait“, die Songs reifen gerne mal eine lange Zeit. Da Corny seit Jahren als Produzent für z.B. Sodom, Onkel Tom und zuletzt mit Disbelief erfolgreich arbeitet haben wir mit ihm natürlich den perfekten Produzenten für unsere eigene Musik in der Band.

Habt Ihr mit so einem Echo auch nur ansatzweise gerechnet?

Natürlich. Nicht.

Ihr seid bei Ftwctp Records gelandet, was ja irgendwie logisch ist, liegt ja quasi bei Euch um die Ecke. Kanntet Ihr den Jörg schon vorher, oder was hat den Ausschlag gegeben?

Jörg ist schon seit Jahren ein Freund, der sich viele unserer seltenen Shows angeschaut hat. Irgendwann kam ihm dann die Idee, unseren Krach auf Vinyl zu bannen. Da hatten wir natürlich nichts gegen.

Sehr schnuckelig ist auch das Cover geworden (klar, ist ja auch von unserem Marc!!) Wie war die Zusammenarbeit? Hattet Ihr bestimmte Vorstellungen, oder habt Ihr Marc freie Bahn gelassen?

Die Zusammenarbeit mit Marc war genial. Den Kontakt hat ebenfalls Jörg (FTWCTP) hergestellt. Wir haben ihm grobe Ideen gegeben und er hat losgelegt. Er hat uns immer wieder auf den aktuellen Stand gebracht und jede Nötigung unsererseits über sich ergehen lassen. Alles in Allem hat er einen genialen Job gemacht.

Im März kann man Euch bei uns (also in Essen) im Turock im Vorprogramm zu Vader und Resurrected sehen. Wie seid Ihr an den Job gekommen?

Es gab über Facebook eine offizielle Ausschreibung, wir haben uns beworben.

Wird es weitere Live-Auftritte geben? - Wie sieht es mit weiteren Songs aus? Arbeitet Ihr vielleicht schon an einem Album? (Wäre sehr cool!!) Ihr habt aber sicherlich nicht vor, uns Fans nochmal so lange warten zu lassen? (Wäre sehr uncool!!)

Good metal comes to those who wait. Neue Songs kommen sicher, es dauert aber immer gerne etwas da wir nicht oft alle gemeinsam proben. Ein Album planen wir nicht. Live immer gerne, es gibt nur leider nicht viele Gelegenheiten. Kein Management und keinen Booker zu haben macht es auch nicht leichter.

Was sind die nächsten Pläne für die Band?

Einfach weiter neue Songs schreiben, live spielen wenn sich die Gelegenheit bietet. Nicht verdursten.

Habt Ihr noch ein paar kluge Worte zum Abschluss an unsere Leser?

Unterstützt die Szene, kauft Platten und Merch, geht zu den Shows in eurer Nähe. Und viel trinken, sagt der Doktor.

Vielen Dank für die Beantwortung meiner Fragen!

Christian Hemmer

Ernie Fleetenkieker (Krachmucker TV) im Interview

Krachmucker TV, Absolutum, Fäulnis... alles Themen, über die uns nur ein Mann vernünftig informieren kann: Das Dreigestirn Ernie/Seuche/Ben! Und die waren auch so nett, unsere Fragen ausführlich zu beantworten. Lest Euch das Interview durch und Eure Welt wird nie wieder dieselbe sein...

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Sei gegrüßt, wie geht es Dir so? Viel Stress mit Deinen Projekten, oder hält es sich in Grenzen?

Allet jut gerade, gestern einen schönen Abend mit dem Poetry-Slammer Michael Goehre und Olle von Atomwinter gehabt, mit denen ich eine Show gedreht habe. Stress ja, auf jeden Fall immer viel zu tun. Aber das ist zurzeit 90% guter Stress, das macht die Nummer erträglich.

Fangen wir doch mal mit der aktuellsten Sache an, nämlich mit Absolutum und der passenden Demo-Kassette (die Review dazu findet Ihr hier). Die Mitglieder der Band dürften Kennern zweifellos bekannt sein, aber wie habt Ihr Euch zusammengefunden?

Das ist eine gute Frage, hm, ich weiß das gar nicht so genau. Ich habe irgendwann Valborg für mich entdeckt. Nachdem ich die Jungs in Lünen live gesehen habe, war ich hin und weg. Ich habe dann, glaube ich, alle CDs bei denen bestellt und irgendwann sind wir, Kolf und ich, ins Gespräch gekommen. Und eben selbiger hat mir dann irgendwann, das ist jetzt echt lange her, über ein Jahr, ein paar Rohaufnahmen geschickt und gefragt, ob ich darauf singen will. Mir hat das gut gefallen, gerade weil ich ja seit geraumer Zeit total auf dem Retro-90er-Trip bin. Bin dann nach Bonn gefahren und habe da inzwei oder drei Stunden den Gesang eingeschrien.

War es von Anfang an klar, dass Ihr 'ne richtige Band starten wolltet, oder war es ursprünglich nur sowas wie: "Ach, wir jammen mal ein bisschen zusammen"

Eher letzteres. Kolf hat ja eh einen irren Output und für die Nummer, aus der dann Absolutum geworden ist, hatte er halt die paar Songs, für die er jemanden für den Gesang gesucht hat. Dass dann Glanemann noch so ein Geböller eingedroschen und Buckard Bass gespielt hat kam alles irgendwie so ungeplant dazu. Die oberste Priorität war und ist immer gewesen „Hauptsache locker“. Wir haben ja alle mit unseren Hauptbands oder anderem Zeug so viel um die Ohren, Absolutum sollte da auf keinen Fall noch mehr Stress machen.

Wie seid Ihr auf den Gedanken gekommen, so wunderbaren "Retro-Stoff" einzuprügeln? Hat sich das entwickelt, oder wurde die Band schon mit dem klaren Ziel gegründet, genau so einen Sound zu erschaffen?

Das musst Du Kolf fragen, ich habe nur den Gesang beigesteuert und alles andere ihn machen lassen. Aber klar, Gesang sollte auf jeden Fall ordentlich Hall und Delay haben, wie früher.

Wie sieht das überhaupt bei Euch aus? Komponiert und textet Ihr alle zusammen, oder hat da jeder seinen Bereich?

Eigentlich macht Kolf so ziemlich alles und schnackt dann mit Glanemann wegen Drums.

Was kannst Du mir über die Texte erzählen?

Nix. Viel Improvisation. Ging mir auf dem Demo mehr um den Ausdruck, Begriffe, nicht um bis ins letzte Detail ausgearbeitete Texte.

Krackmucker3xxlNun erscheint (bzw. ist gerade erschienen) Eure erste Veröffentlichung als schöne altmodische Kassette. Warum dieses Medium? Passend zum Old School Charakter der Musik, oder ist 'ne Tape Produktion einfach preiswerter?

Wir hatten, wenn auch mit wenig Elan, nach einem Label gesucht, was unter Umständen auch eine CD macht, aber da kam nie was zurück. The Crawling Chaos hat dann Interesse bekundet und gesagt, er würde eine Kassette machen. Wenn die gut weggeht, kommt vielleicht noch was, CD oder LP; das weiß ich jetzt gerade nicht.

Wie seid Ihr mit Crawling Chaos in Kontakt gekommen?

Das hat Kolf geregelt, wobei ich den Labelchef schon von einem Gig kannte und er vor einiger Zeit für BlackShore eine Kassette rausgebracht hat.

Jetzt ist das Tonband ja auf 200 Exemplare limitiert. Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Teile ruckzuck ausverkauft sein werden. Gibt es da schon Pläne bzgl. einer weiteren Auflage, vielleicht auch als CD, oder Vinyl?

Gibt da ein paar Überlegungen, aber da ist noch nichts spruchreif. Erstmal schauen, wie das mit der Kassette läuft.

Was ich ja ganz besonders bei der Sache mag, ist Dein total abgefuckter "Gesang"! Kannst Du derart unmenschliche Geräusche spontan abrufen, oder musst Du Dich erst in eine bestimmte Stimmung versetzten? Und wenn ja, wie und womit? (Meditation, Alkohol, Pilze...?)

Mit Drogen oder Alkohol im „künstlerischen Prozess“ arbeite ich schon lange nicht mehr. Kommt vor, dass man vor einem Gig mal ein Bier zu viel trinkt, aber das ist alles eher hinderlich. Ich bin da immer nüchtern. Ein paar Jahre mache ich das ganze ja schon, ich weiß, was ich will und es ist auch nicht so das Problem, mich da in Stimmung zu bringen. Viel Konzentration und nach ein paar Anläufen ist man dann drin.

Kommt ja eigentlich recht früh die Frage, aber gibt es schon Pläne für die nähere (oder fernere) Zukunft von Absolutum? Live-Auftritte, ein ganzes Album...?

Kolf und Glanemann sind da an was dran, wollen mir das aber erst zeigen, wenn es fertig ist. Bin sehr gespannt. Über live haben wir zwar am Rande mal gesprochen, aber da ist noch nichts geplant. Wie gesagt, bei Absolutum läuft alles sehr locker, wir haben da keinen Masterplan und lassen das alles auf uns zukommen.

Wechseln wir mal den Gesprächspartner und das Thema und unterhalten wir uns mit Herrn Ernie Fleetenkieker über seinen YouTube-Channel Krachmucker-TV.

Find ich gut!

Seid April 2017 gibt es Krachmucker TV jetzt und ich habe so das Gefühl, die Sache macht im Underground gut die Runde und alle, die damit schon in Berührung kamen, sind voll des Lobes. Hast Du einen ähnlichen Eindruck?

Ich bin ehrlich gesagt vollkommen überfahren von den Reaktionen und habe damit absolut nicht gerechnet. Das ist so eine dumme Phrase, ich weiß, man macht sich natürlich schon ´n Kopf und natürlich hofft man, dass das, was man startet, auch irgendwie ankommt. Aber dass Krachmucker nicht mal ein Jahr alt ist und wöchentlich so viele einschalten, so viel tolles Feedback kommt, das ist schon verrückt. Ich mein, ich plane hier gerade mehrere Filme zu Festivals, hatte gestern eine Show mit dem Poetry-Slammer Michael Goehre und Olle von Atomwinter gedreht, hab einen Sendungsplan an der Pinnwand, der acht Wochen im Voraus plant, was dran kommt, muss mich eigentlich täglich auf Shows vorbereiten, drehen oder schneiden. Zeitlich bin ich vollkommen überfordert und es ist jetzt schon unmöglich, an allen Fronten präsent zu sein, aber auf der anderen Seite ist das gerade alles echt aufregend. Aber kein Plan, alles verrückt, echt!

Wie bist Du überhaupt auf die Idee gekommen, in die Fußstapfen von Bibi, Dagi Bee und den Lochis zu treten und ebenfalls einen Youtube-Kanal zu eröffnen?

Das sind immer die ersten Reaktionen, wenn die Leute „YouTube“ hören. Was ich da wolle, das sei doch alles Blödsinn. Man hat am Anfang ja ernsthaft versucht, es mir auszureden, weil ich mich da lächerlich machen würde und was weiß ich nicht alles. Was aber untergeht, YouTube ist am Ende, was man daraus macht, eine Plattform, wo man Videos hochladen kann, über deren Inhalte man nahezu ohne künstlerische Einschränkung frei entscheide kann. Dass das, was auf Youtube wirklich angesagt ist, dieser Beauty-Blödsinn und Prank-Scheiß ist, ist halt so, aber man muss da ja nicht mitmachen und kann sein eigenes Ding machen. Ich brauchte ab End 2016 auf jeden Fall eine neue Herausforderung, war ultra angenervt von allem, was mit Musikgeschäft als Band zu tun hat. Und da ich solche Sendungen wie Headbangers Ballroom um Metalla vermisst habe, auch nichts Gleichwertiges gefunden habe auf YouTube, habe ich es halt selbst versucht.

Gab es Diskussionen, wer den Kanal moderiert? Oder war von Anfang an klar, dass der Ernie das besser kann, als z.B. Seuche?

Es hat wirklich etwas gedauert, bis ich meinen Stil gefunden habe, auch in der Vorbereitung, bevor es richtig losging. Ich musste da echt in mich gehen und überlegen, wie ich die ganze Geschichte rüberbringe. Am Ende habe ich für mich festgestellt, es geht nur so ehrlich und direkt wie möglich. Seuche ist halt ein Teil von mir, der negative Teil, den ich nur in bestimmten Situationen öffentlich rauslassen kann, auf der Bühne zum Beispiel. Ernie war mal so als Art Kunstfigur angelegt, aber das hätte alles so nicht funktioniert. Ich kann mich nicht gut verstellen, auf der anderen Seite aber ganz gut separieren. Das Negative in mir, der Schnacker…

Spaß beiseite, wieviel Zeit und Arbeit investierst Du in die Beiträge? So eine wöchentliche Erscheinungsweise ist ja mal ein verdammt ordentlicher Auftritt!

Ja, das ist auch zurzeit fast zu viel und ein Wunder, dass Mittwoch um 10:00 Uhr wirklich die fertige Show online ist. Ich muss endlich etwas sortierter arbeiten, ich bin viel zu chaotisch und dann läuft wieder alles auf den letzten Drücker. Jetzt ist Sonntag, für Mittwoch habe ich diese Woche tatsächlich nur eine grobe Idee, die dann wohl erst vor der Kamera entwickelt wird. Auf der einen Seite bleibt so noch viel Spontanität, aber langsam muss ich da ein System finden, sonst schaffe ich das alles nicht mehr. Ich mein, das alles spielt sich in meiner Freizeit ab, ich arbeite ja ganz normal, wie jeder andere auch.

Wenn ich richtig informiert bin, wirst Du hinter der Kamera von Deiner besseren Hälfte unterstützt, gibt es sonst noch Hilfe von Kollegen und Freunden?

Nein, ich versuche, das alles in den eigenen Händen zu halten. Klar, gibt hin und wieder Angebote und vielleicht wäre das auch schlau, aber dann ist das alles nicht mehr so, wie es jetzt ist. Zwar zu stressig, aber ich muss einfach mal null diskutieren und kann alles 100%ig so machen, wie ich das will. Und davon lebt die Show ja.

Das Ganze ist ja rein technisch gesehen trotz allem DIY-Charme nicht mal eben so nebenbei zu realisieren. Hattest Du schon gewisse Vorkenntnisse (z.B. bzgl. Schnitt oder Ton...), oder hast Du Dir das alles für Krachmucker neu angeeignet?

Alles neu. Vor dem Vorstellungsvideo hatte ich noch nie ein Video geschnitten oder hochgeladen. Doch, ein Testvideo, aber an Krachmucker kann man wohl ziemlich genau sehen, wie ich technisch vorankomme. Ich würde da auch gerne noch tiefer einsteigen, aber die Zeit… Wobei ich in Sachen Technik relativ zufrieden bin, zumindest von den Shows hier vor der schönen Tapete.

Wie kommst Du auf Deine Themen? Gibt es irgendwelche Sachen, die bei Dir niemals über den Sender gehen würden?

Im Moment habe ich noch so viele Ideen, da mache ich mir keine Sorgen. Wobei gehaltvollere Themen immer weiter nach hinten rutschen, weil mir die Zeit für Vorbereitung fehlt. Du merkst, Zeit ist gerade echt mein Gegner. Hm, ich mache nur Sachen, auf die ich Bock habe. Ist vielleicht nicht jede Woche gleich anspruchsvoll, aber ich mir ist schon wichtig, dass das alles nicht billig wird. Diese ganzen YouTuber-Themen, wo sich alle raufwerfen.

Wo gibt es eine so geile Retro-Tapete?

eBay-Keinanzeigen.

Kommen wir gegen Ende doch kurz noch auf Fäulnis zu sprechen, da gab es ja irgendwie ein wenig Aufregung im Netz und ich hatte so das Gefühl, dass viele Leute Deine Aussagen bzgl. der Zukunft der Band nicht wirklich verstanden haben. Kannst Du an dieser Stelle den Sachverhalt vielleicht noch mal klarstellen?

Eigentlich ist das alles ganz einfach. Ich brauche in Sachen Fäulnis erstmal Ruhe, will mich musikalisch erst einmal wieder finden, wieder experimentieren. Fäulnis besteht weiterhin, im Herbst/ Winter kommt eine Split mit UNRU. Wie es dann weitergeht, weiß ich im Moment nicht. Vorbei ist es lediglich mit Gigs. Fäulnis ist wieder ein Soloprojekt, für mich hat Fäulnis als Band einfach nicht mehr funktioniert, so dass die anderen gehen mussten.

Zum Schluss kommen noch ein paar rein persönliche Fragen (ich hoffe ich nehme die FAQ-Sendung von Krachmucker TV nicht zuvor...). 

Iron Maiden oder Judas Priest?

Ganz klar Iron Maiden

Was hältst Du von derzeitigen Revival der Kassette?

Ich greife lieber zur Vinyl, allerdings habe ich die gute alte VHS-Kassette wieder für mich entdeckt.

Welches Album hat für Dich das geilste Cover-Artwork?

Boah, wat ne Frage, haha! Zu dem Thema mache ich demnächst ´ne eigene Show, da gibt’s so viel! Aber das epischste Cover aller Zeiten ist wohl „Gateway To The Antisphere“ von Sulphur Aeon.

Hast Du Dir schon mal blind Musik gekauft, nur weil Dich das Cover angesprochen hat? (Dieser Satz macht irgendwie nicht wirklich Sinn, aber ich denke, Du verstehst, was ich meine...)

Früher sogar sehr viel, mittlerweile kommt es wenn dann nur in der Form vor, wenn ich mich aus Geldgründen zwischen zwei Alben entscheiden muss, auf beide aber Bock habe, nehme ich das Album mit dem geileren Cover.

krachmucker moinxxlLieblingslied von der Ersten Allgemeinen Verunsicherung? (Du merkst, ich verfolge Deinen Kanal sehr genau!!)

„Samurai“. Was ich an der Band mag, es wirkt erstmal alles witzig, vieles hat aber sehr ernste Hintergründe. EAV sind halt keine (reine) Spaßband.

Auf welche Alben, die demnächst erscheinen sollen freust Du Dich am meisten?

Keine Ahnung, ich kriege sowas alles ja immer erst mit, wenn das Album dann raus ist. Und im Moment bin ich so erschlagen von Musik. Vorbereitung für Shows, eigene Interessen…

Du scheinst sowohl Katzen, als auch Hunde zu haben. Wie vertragen die sich?

Super, da haben wir echt richtig Glück, bei zwei Hunden und drei Katzen. Unsere Oma Schnubbie hat gern ihre Ruhe, aber sonst alles gut.

Was ist Dein größter Traum als Musiker, was würdest Du gerne noch erreichen, bzw. verwirklichen?

Weil ich nie gedacht hätte, überhaupt je einmal etwas zu erreichen, habe ich eigentlich fast alles erlebt. Vor 2000 Leuten zu spielen ist schon krass. Ob größer noch geiler ist, das weiß ich nicht. Hm, ich glaube, da passt der Spruch „Der Weg ist das Ziel“ am besten, es geht überhaupt um Verwirklichung. Dinge umsetzen, Ideen verwirklichen…

So, das soll's gewesen sein. Ist irgendwie viel mehr geworden, als ich geplant hatte, ich hoffe es sind nicht zu viele Fragen geworden. Hast Du noch ein paar schlaue Worte zum Abschluss für uns?

Ganz klassisch: Schaltet mal bei Krachmucker TV rein. Danke für die Fragen und danke für Euren Support. Vielleicht sehen wir uns auf den Festivals dieses Jahr!

Christian Hemmer

Dark Zodiak im Interview

Es ist noch nicht allzu lange her, da veröffentlichten die vier Herren und die Dame der Deaththrasher Dark Zodiak ihr Zweitwerk 'Landscapes Of Our Soul', dessen Review ihr an dieser Stelle lesen könnt. Erfreulicherweise nahmen alle fünf Bandmitglieder zu meinen Fragen Stellung und gaben einige interessante und auch recht witzige Antworten.

dark zodiak bandxxl

(Bildquelle: Band)

Hey, Dark Zodiak. Euer neues Album ist vor kurzer Zeit erschienen. Laut Euren Aussagen ist es das brutalste Brett der Bandgeschichte. Wie zufrieden seid Ihr mit der Scheibe? Wie waren die bisherigen Reaktionen auf diese?

Dieter: Ich finde 'Landscapes Of Our Soul' auch nach ca. rund 'ne Million Mal durchhören immer noch richtig geil! Die Songs in sich sind sehr verschieden, allesamt aber schon dreckig thrashig, groovig und melodiös mit nem richtig geilen Gesang. Viele unserer „Fans“ haben uns bisher sehr gelobt für die Scheibe.
Simone: Ich glaube, die Scheibe ist uns ganz gut gelungen! Wir hatten mit dem neuen Programm Konzerte mit bester Stimmung und den Rest bestätigen die ersten echt guten Reviews, die eintrudeln.
Basti: Ich denke mit dem straffen Zeitplan haben wir das Maximum herausgeholt. Was noch alles möglich gewesen wäre, merkt man erst im Nachhinein nach dem zehnten oder zwanzigsten Durchhören. Für das, was es ist, ist es im Vergleich zum letzten Album doch ein großer Schritt nach vorn. Über die positiven Reviews freuen wir uns daher umso mehr.
Charly: Angenehm überrascht.

Wie verliefen die Aufnahmen im Iguana Studio von Herrn Brandes?

Schumi: Christoph ist einfach ein geiler Typ. Blöde Sprüche und witzige Anekdoten quasi im Sekundentakt. Außerdem beherrscht er sein Handwerk einfach echt gut und holt das Beste und Letzte aus einem raus!
Charly: Chaotisch.
Basti: Für mich war es das „erste Mal“… Im Studio war ich entsprechend aufgeregt, jetzt musste einfach alles funktionieren. Brandes war zum Glück verdammt geduldig und hat mich nie unter Druck gesetzt.
Dieter: Au.. Wadenkrampf, Feierabendbier, Knieschmerzen, Wadenkrampf, Bier usw.. War ne sehr geile Erfahrung und ratzfatz vorbei! Christoph hat das perfekt gemacht!
Simone: Den Leguan im Nacken und Christoph im Genick... das treibt zu Höchstleistung an! Nee, eine Mischung aus konzentriertem, professionellem Arbeiten in echt entspannter Atmosphäre gewürzt mit gutem Humor, jederzeit wieder!

Was verbindet Ihr mit dem Bandnamen und wie kam es zu der *hüstel* etwas unorthodoxen Schreibweise?

Basti: Die Geschichte ist den Alten... äh... den Ahnen dieser Band vorbehalten.
Charly: Wir sind alle dunkle Gestalten.

Dieter: Rechtschreibfehler! *hüstel* Wir hatten einfach keine Ahnung von englischer Rechtschreibung! No, sah im Bandlogo einfach geiler aus.
Simone: Und die Ahnen dachten, dass würde das etwas einzigartiger machen. Von den Nachwirkungen dieser Geschichte kann man in unserem Bonussong auf der 'Landscapes Of Our Soul' mehr erfahren.

Beschreibt doch bitte in ein paar Sätzen die Bandgeschichte. Witzige Anekdoten sind dabei stets willkommen.

Dieter: Ich suchte Mitmusiker für 'ne Band, ausgeschrieben in nem Musikportal. Da meldet sich doch glatt EINER: „Hallo, ich bin's, der Charly. Würd' gern mit dir ne Band gründen, können dann auch mal grillen bei mir!“ Wer kann zum Grillen schon nein sagen! Ab da waren wir immerhin schon zu zweit! Fanden auch gleich 'ne Sängerin, 'nen zweiten Gitarristen und Bassisten. Passte super und wir haben gleich ein Demo aufgenommen. Leider verließen uns der Basser und die Sängerin und wir hatten ein richtiges Problem. Wo findet man ne geile Fronterin, die auch noch 'ne geile Stimme hat. Wir wollten eigentlich von da an nur noch 'ne Frau an der Front! Rest kann Simone erzählen.
Simone: Ja, in ihrer Not haben die zwei dann so lange an mich hingejammert, bis sie mich so weit hatten, nach jahrzehntelangem Moshen vor der Bühne auf die Bühne zu klettern und in ein Mikro zu grunzen.
Basti: Bis 2015 kannte ich die Band nur von ein paar witzigen Auftritten und ihrer Plattentaufe. Danach suchte die Band einen Basser, ein Basser wiederum eine Band. Bis heute glaube ich ganz fest daran, dass das eine Win-Win-Situation war (lacht).
Dieter: Und mit unseren zwei Neuzugängen 2015/16 an Bass und Gitarre haben wir sogar unser Banddurchschnittsalter etwas pimpen können. Heute sind wir ein bunter Haufen, haben viel Spaß zusammen und sind stets die Letzten, die eine Location verlassen.

Dark Zodiak CoverxxlViele Bands und Solointerpreten sprechen nicht gern über das Thema Pay-To-Play. Wie seht ihr die Thematik (Vor- sowie Nachteile)?

Schumi: Einfach nur zum Kotzen!
Dieter: Keine Ahnung... käme auf die Situation an. Will aber eigentlich ungern für 'was bezahlen.
Basti: Ich bin kein Fan davon, glaube aber, man muss es realistisch sehen. Es gibt aufsteigenden Bands die Chance, sich einem größeren Publikum zu zeigen, was sonst eventuell nicht möglich gewesen wäre. Man kann es machen, man muss es aber auch nicht machen. Oft ist es Bands aber auch nicht möglich, diesen oft hohen finanziellen Aufwand für eine Chance aufzubringen, die sich nicht zwingend in Erfolg niederschlagen muss. Indie-Bands werden meiner Meinung nach nicht genug gefördert, nur ist die Musik-Industrie auch nicht mehr in der Lage, in ihrem jetzigen System etwas daran zu ändern, weshalb jammern nichts bringt. Es liegt daher bei jedem selbst zu entscheiden, ob es einem das wert ist. Mein Mittel der Wahl: Feiert euch selbst, egal ob Stadion oder Studentenkneipe und nutzt jede Chance.
Simone: Sich einzukaufen ist natürlich eine Möglichkeit, um an geile Chancen zu kommen. Der Markt ist halt ganz hart umkämpft. Aber eigentlich finde ich es todtraurig, dass gute und engagierte Musiker dafür blechen müssen, damit sie eine Leistung erbringen dürfen. Da backe ich lieber kleinere Brötchen, komm bei Null raus und hatte ne geile Party!
Charly: Neue, kleinere Bands haben keine Chance. Haste Kohle, kommst überall hin.

Wer sind Eure Vorbilder? Und wie erfolgreich wollt Ihr mit der Band werden?

Schumi: Da gibt es einen ganzen Haufen geiler Gitarristen und Bands, die mich über die Jahre hinweg inspiriert haben. Auf das Songwriting meinerseits bezogen würde ich aber behaupten, dass Bands wie Bolt Thrower und Wolfbrigade mein größter Einfluss sind.
Dieter: Eigentlich keine. Viele Bands, die ich gern höre, beeinflussen mich einfach, ohne dass ich das merke... Ich mach' einfach Musik, weil ich Metal lebe und liebe. Erfolg ist für mich, wenn's Leuten bei uns am Konzert gefällt und unsere Mucke mögen. Das kann in 'ner Bar vor drei Leuten sein oder aber im Hallenstadion vor 100000. Letzteres fehlt mir noch, daher...
Simone: Konkrete Vorbilder habe ich keine, ich bewundere gute Musiker, die ehrliche Musik machen! Ein flutschendes Booking wäre natürlich schon fein. Aber Erfolg ist für mich vor allem, wenn's mir Spaß macht und noch ein paar Leuten vor der Bühne.
Basti: Da wir alle fest im Leben stehen: So erfolgreich wie es nur geht. Zu einem Stadionkonzert würde ich nie nein sagen! Vorbild für mich: Rammstein. Bodenständig, ehrlich, immer sie selbst, unglaublich kreativ und live der absolute Wahnsinn.
Charly: Mein Ziel: Große Bühne und Metal-Schiff.

Ihr kommt aus einer Gegend, in der eher Schlagermucke und vor allem dieses regionale Pendant zum Ska, die sogenannte Guggenmusik, vorherrscht. Seht Ihr da Überschneidungen innerhalb der Szenen? Was sagt Ihr zum Thema "Wacken-Metal"?

Dieter: Wacken ist halt langsam eher 'ne Kultveranstaltung, wo jeder hingeht. Denke, es gibt viele, denen ist die Musik nur zweitrangig. Finde ich aber auch nicht verwerflich, allerdings liegen mir persönlich eher die kleineren Festivals am Herzen.
Basti: Naja, man zeigt sich im Metal gern offen für jeden, der sich für die Szene interessiert und wir sind immer begeistert, wenn Menschen, denen die Szene fremd ist, sich unsere Auftritte ansehen und die Stimmung als etwas Besonderes bezeichnen. Sobald sich ein Fest aber mittels Marketing dazu entscheidet, jedem gefallen zu wollen, ist es nachvollziehbar, dass man lieber Festivals hätte, bei denen man unter sich ist und fachsimpeln kann, als ob's kein' Morgen gäbe.
Wackens Marketing stellt sich und ihren Kultfaktor als Marke aber so breit auf, dass es irgendwann lächerlich wird und selbstverständlich auch Leute kommen, die einfach nur mal dort gewesen sein wollen. Von daher muss man sich einfach mal selbst nach Festivals umsehen, denen es nur um die Musik geht. Für Heavy Metal empfehle ich das Bang your Head in Balingen. Noch nie so eine hohe Kuttendichte gesehen, keine Überschwemmungsgefahr, Tickets sind nicht nach zehn Sekunden ausverkauft und Tradition der 80er im Fokus.
Simone: Haha, Guggenmusik ein Pendant zum Ska...süß...so hab' ich das noch nie betrachtet! Ja, und Wacken...ich sag zu beidem: Jeder darf seinen Spaß haben! Ich hab' meinen auch eher auf kleineren Festivals, da fühl ich mich auch unter Fremden wie zu Hause. Und die Fasnacht verbring' ich lieber im Wellnesshotel in der Saunaoase.
Charly: Was ist Wacken-Metal? Wir wollen halt zeigen, was richtige und ehrliche Musik ist.
Schumi : Ja, das merkt man sehr stark wie ich finde. Die Leute heulen rum, dass es hier keine Metalkonzerte gäbe, organisierst du dann 'was und an dem Tag ist zufällig aber auch irgendeine Dorfparty/Guggenparty/etc. siehst du die Leute allerdings nicht vor der Bühne.

Ihr lebt in unmittelbarer Nähe zur Schweiz, daher werdet Ihr sicherlich auch dort Gigs gespielt haben. Wie erlebt Ihr die dortige Metal-Szene? Gibt es Unterschiede zur südbadischen?

Charly: Nur die Sprache.
Schumi: Ja klar. Gerade hier an der Grenze zu Zürich und dem Aargau ist die Metalszene viel dichter. Es gibt viel mehr Bands, Konzerte, Locations. Echt cool!
Basti: Die Schweiz hat subjektiv gesehen eine viel aktivere Szene als wir in Süd-Baden, wobei damit das Dreiländer-Eck mit dem Z7, dem Baden in Blut und dem Metal Cafe gemeint ist. Zwischen Waldshut und Konstanz geht eigentlich sowohl in der Schweiz als auch in Deutschland sehr wenig. In die Schweiz reinzukommen ist aber sehr schwierig, da Pay-To-Play in Schweizer Verhältnissen oft zu teuer ist und man auch gern seine Bands unterstützen will. Daran ist aber auch nichts verkehrt. Man braucht (wie überall) einfach seine Verbindungen und darf nicht aufgeben.
Dieter: Finde die schweizer Metal-Szene sehr geil. Haben auch mit vielen schweizer Bands schon langjährigen Kontakt.
Simone: Bin gerne da, ist immer sehr locker und lustig!!

Der Posten am Mikrofon war bei Euch, wenn man der Encyclopedia Metallum Glauben schenkt, stets von einer Frau besetzt. Inwiefern - wenn überhaupt - war das wichtig innerhalb des Bandgefüges?

Basti: Für mich gar nicht. Ich denke, dass wir nie ausschließlich nach einer Frau gesucht haben.
Es war aber stets ein glücklicher Zufall, da es das Bild einer Band sicher interessant macht und Simone definitiv für viele Mädchen und Frauen innerhalb der Szene ein Vorbild ist, um selbst in der doch sehr maskulinen Szene mitzumischen.
Charly: Hat sich so ergeben.
Dieter: Anfangs war mir das egal, doch als wir schon 'mal 'ne Frau hatten, wollte ich eigentlich auch bei ner Frau bleiben. Ich denke, 'ne Frau tut nicht nur 'nem Mann gut, sondern auch 'ner Band.
Simone: Ich find's wurscht, ob Männlein oder Weiblein. Aber ich lass' die obigen Komplimente für die ganze Frauenwelt einfach mal so stehen und wirken.

Da ich in jedem meiner Interviews mindestens eine krampfhumorige Frage stelle, werde ich dies nun auch an dieser Stelle tun: Wird es eines Tages geschehen, dass wir Weihnachten am ersten April feiern werden? Wie wird es dazu kommen? Und wie werden der Nikolaus, Jesus, der Osterhase, Donald Trump, der Papst und das Kikaninchen darauf reagieren?

Basti: Spongebob, Mr. Burns, Nosferatu und Buddha werden die Weltherschafft schon bald im Griff haben. Bis es soweit kommt, mach' ich mir dahingehend keine Sorgen.
Charly: Wir werden gemeinsam Party machen!
Dieter: Null Plan, Kikaninchen kenn ich...
Simone: Falls die Christenheit aus Zeitmanagement-Gründen beschließen sollte, den bisherigen Termin zu canceln und den Beginn unserer Zeitrechnung zum Aprilscherz erklären möchte, kann dies durchaus geschehen. Der Nikolaus kann dann die Eier in den Sack stecken, der Hase die Dinger hinter der Krippe verstecken, Donald Trump hat sicher eine Meinung dazu, die mich aber nicht interessiert, der Papst auch, und Jesus hat keine Ahnung mehr, wann er seine Geburtstagsparty steigen lassen soll. Und jetzt muss mir Dieter noch erklären, wer Kikaninchen ist!

Wer ist die geilere Band - Prong oder Die Kassierer?

Schumi: Ich bin der Partylööööweeee Nr. 1 in der Stadt!
Basti: Kommt auf die Uhrzeit (also den Pegel) an. Vor dem zwölften Bier: Prong. Nach dem zwölften Bier: Kassierer.
Dieter: Prong.
Simone: Hatte Dieter schon 12 Bier heute?
Charly: Keiner von beiden. Wir natürlich!

Falls Ihr der Nachwelt noch etwas mitteilen wollt: nun habt Ihr die Gelegenheit.

Basti: Ein Zitat aus '12 Monkeys', das für mich gut zum Metal und seinen Fans passt: „I am insane. And you are my insanity.“ Daher an unsere Mitstreiter und die gesamte Szene: Gebt nie auf und tragt das Feuer weiter. Die gesamte Szene zählt auf euch.
Charly: Lang lebe der Metal!
Simone: Be different, be genuine, rock on!!

Rippenspieß

Chakora im Interview

Vor ein paar Wochen veröffentlichte die Abrissbirne Chakora ihr Debütalbum. Grund genug, Sänger/Gitarrist Nike ein paar Fragen zur Vergangenheit, Gegenwart sowie Zukunft der Band zu stellen.

Chakora photoxxl

(Bildquelle: Band)

Hey Jungs, herzlichen Glückwunsch zum vor kurzer Zeit erschienenen Debütalbum. Plaudert doch bitte ein wenig über die Entstehung des Albums und ob ihr bisher mit dem Ergebnis zufrieden seid. Gibt es bereits etwas, was ihr anders machen würdet? Wie ist die bisherige Resonanz (inklusive Verkauf) auf die Scheibe?

Hi und vielen Dank. Bevor wir unser Album produzierten, wussten wir, dass Chris [Gitarrist - Anmerkung des Autoren] unsere CD produzieren kann, also sprachen wir uns ab, wann und wo wir die ersten Aufnahmen machen. Gestartet haben wir das Ganze im alten Proberaum, fertiggestellt dann im neuen, ohne Rücksicht darauf nehmen zu müssen, ob und wer da gerade noch unsere Räumlichkeiten belegt.
Wir selbst sind sehr zufrieden mit der Platte. Uns war von vorne herein klar, wenn die Scheibe nicht nach unserem Ermessen perfekt ist, geben wir sie auch nicht in Pressung. Chakora wollte sicher stellen, dass die Leute Spaß am Zuhören haben und wir denken, dass die bisherige Resonanz als auch der Verkauf all unsere Erwartungen bei Weitem übertroffen haben.

In einem Vorgespräch erfuhr ich, dass es eine Vorgeschichte zu Chakora gibt. War der Sound der Vorgängerkapelle bereits ähnlich? Lasst uns bitte teilhaben an euren Erinnerungen aus dieser Zeit.

Chakora wurde letzten Endes gegründet, als wir das Gefühl hatten, der alte Name passe nicht mehr zur Band, weil es nicht mehr die gleichen Mitglieder waren und auch der Sound ein völlig anderer war.
Die Songs wurden also sowohl kreiert als auch fertiggestellt, nachdem wir uns zusammengefunden hatten.

Chakora  ChakoraxxlWas hat es auf sich mit eurem Bandnamen? Was bedeutet er euch?

Der Name Chakora stammt aus der indischen Mythologie und ist demzufolge ein Vogelfabelwesen, welches von Mondstrahlen lebt.
Für uns musste der Name wohl klingen, leicht zu merken sein und uns vor allem einfach gefallen.
Es standen auch noch ein paar andere im Raum, die hatten dann aber zuletzt doch den Kürzeren gezogen.
Chakora bedeutet für uns, sich abzuheben von und aus der Masse, alte Schule gepaart mit frischen Ideen. Das fehlt/e uns in der Branche, Abwechslung und zugleich trotzdem noch mit Emotionen und Passion bei der Sache zu sein, nie zu vergessen, woher unsere Musik stammt (vor allem dass Rock/Metal nichts mit künstlichen Drumsounds oder sinnlosen und überladenen Effekten, geschweige denn mit "sich halt mal verkleiden und für 'nen Tag mal so tun als ob" zu tun hat), was Rock und Metal eigentlich einmal war und was heute teilweise daraus geworden ist.

Wie ich in dem Vorgespräch erfahren habe, wart Ihr Ende 2015 mit Ektomorf auf Tour. Welche erwähnenswerten Eindrücke hattet ihr, als ihr mit einer derartigen Band auf Tour wart? Welche positiven (oder auch negativen) Erfahrungen durftet ihr sammeln? Und vor allem: Hat euch eure Beteiligung an besagter Tour weitergebracht?

Wenn man so möchte, war es alles in allem eine super geile Tour mit Ektomorf. Wir kamen so dermaßen gut beim Publikum an, dass wir die Tour einfach nur noch als einzigen, extrem geilen Rausch sehen. Wir waren berauscht davon, auf so viel Anklang zu stoßen, fast immer vor vollem Haus zu spielen und davon, wie sehr sich völlig fremde Menschen für dich einsetzen und sich für dich und deine Band begeistern können. All das hätten wir uns so bislang nicht erträumen lassen. Die Tour hat uns auch einen Platz bei unserer Bookingagentur Red Lion Music beschafft, mit denen wir sehr gerne zusammenarbeiten.
Das man deinen Bandnamen nun auch in Städten kennt, von denen man noch nie zuvor was gehört hatte, ist ebenso eine absolut geile Erfahrung, die man einfach mal machen muss.

Jede Band hat ihrerseits Interpreten, welche sie beeinflussen. Welche sind eure?

Die fallen bei jedem in der Band etwas unterschiedlich aus. Alles in allem versuchen wir, recht neutral und eigenständig zu klingen, es soll authentisch sein. Das sind wir unserer Meinung nach nur, wenn sich Chakora von komplett eigenen Ideen inspirieren lässt. Ist uns ein Song zu ähnlich im Vergleich zu einem bekannten Lied, ändern wir das.

Weiche Drogen legalisieren: ja oder nein?

Definitiv ein klares JA. Mal ehrlich, alles andere ist einfach nur reine Willkür!

Wem gebührt mehr Respekt - Iron Maiden oder Slayer?

Wir finden, da gibt es noch ganz andere, unbekanntere Bands, denen man einfach mal Aufmerksamkeit und Respekt schenken sollte.
Iron Maiden und Slayer sind genial, keine Frage, allerdings gibt es für uns da auch noch deutlich mehr, als nur die Evergreens, von denen man irgendwann auch mal blutende Ohren bekommt.

Was wollt ihr mit der Band erreichen?

Ganz klar: Wir möchten Berufsmusiker werden.

Nun habt ihr noch die Möglichkeit, ein paar Worte an die Millionen von XXL-Rock-Lesern zu richten.

Wir möchten uns für das ausführliche Interview bei XXL-Rock bedanken und hoffen, dass euch Chakora gefällt und ihr beim Hören unserer Musik die gleiche Energie verspürt wie wir.
Wenn ihr gefallen an dem findet, was wir tun, supportet uns, kommt auf unsere Konzerte, wir freuen uns und nehmen uns für jeden Zeit.

Rippenspieß

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